Der zweite erste Tag – An der Uni

… Part 2/3:

Der zweite erste Tag

Die Uni. Ich kannte sie bereits. In- und auswendig. Von meinem vorherigen Studium. Vielleicht zu gut. Man weiß es nicht. Immerhin eine neue Sache weniger für mich. Auf dem Weg dahin war ich so super aufgeregt. Ich guckte noch fünf Mal auf den Plan, damit ich auch bloß den richtigen Raum erwische. Die ersten Fragen kamen auf. Wo setze ich mich hin? Was sage ich? Wie würden wohl die Atmosphäre und die Stimmung sein? 
 
Überwindung. Tür auf und rein: Ich war als Dritte im Raum. Man sagte freundlich “Hallo” aber alle waren sehr schüchtern. Schweigen. Erstmal. Man wusste nicht so recht wohin mit sich. 
Dann kamen immer mehr Leute und irgendwann fing dann auch mal ein Gespräch an. Man führte Smalltalk und tauschte sich aus. Über die ersten Eindrücke. Und dass man aufgeregt sei. Alle. Nicht nur ich alleine. Alle waren aufgeregt. Es war schön. Gleichgesinnte. Der Raum füllte sich, bis auf den letzten Platz. Alle in zivil. Ja – in Berlin ist die Uni komplett in Zivil. Es handelt sich bei unserer Uni (HWR – Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin) um keine Polizeihochschule, sondern eine Fachhochschule, die auch noch ganz viele andere Studiengänge anbietet. Deshalb sind wir in zivil. Jeden Tag. Das Polizeigefühl? Es fehlte irgendwie. Es fühlte sich an wie das Studium, dass ich davor gemacht hatte. Normal. Ob ich das schlecht fand? In dem Moment noch nicht. Ich war mit anderen Dingen beschäftigt, aber ja – rückblickend stört es mich, dass wir keine Uniform in der Uni tragen dürfen/müssen. Ich liebe die Uniform. Ich fühle mich so wohl in Uniform. Darüber mehr in einem nächsten Blogpost 🙂 
 
Der Dozent kam rein. Die erste Vorstellungsrunde begann. Alles aufregend und jeder hörte sich die Geschichte der 29 Kollegen an. Die erste Vorstellungsrunde von geschätzten 200 Stück, die darauf noch folgten. Aber plötzlich fühlt man sich seinen Kommilitonen näher. Man merkte auch, was für viele verschiedene Charaktere mit so unterschiedlichen Hintergründen sich nun für den gleichen Weg entschieden hatten. Auch vom Alter her waren wir ganz durchmischt. Manche kamen mit 18 Jahren direkt von der Uni. Andere haben schon zwei abgeschlossene Ausbildungen oder Studienabschlüsse und wollten sich aber nochmal für einen ganz neuen Weg entscheiden. Manche haben bereits Kinder und ein Haus, andere gerade frisch getrennt. Doch eins hat uns alle verbunden: Die Vorfreude auf das Studium und den Beruf. Wir alle wollten Polizisten werden. Man muss dazu sagen, dass es in Berlin so abläuft: Schutzpolizisten und Kriminalpolizisten (Schupo und Kripo) durch laufen die ersten zwei Semester gemeinsam. Deshalb sind es dann noch gemischte Klassen, also Schupos und Kripos in einer Klasse. Ab dem dritten Semester weichen die Ausbildungsinhalte allerdings ab, weshalb sich die Klassen dann nochmal neu mischen.
 
Der Dozent erzählte danach auch über sich. Und darüber, was uns erwarten würde. Worauf wir uns einstellen können und wie es ablaufen würde. Er legte uns ans Herz, welche Gesetzestexte wir uns besorgen sollten. Gesetzestexte kannte ich bereits aus meinem anderen Studium. Das BGB zum Beispiel. Ob mir das im Polizeistudium etwas gebracht hat? Nein. Nichts. Es war eine neue Welt, die ich lernen und verstehen musste.
 
Nach dem Unterricht legten wir noch übergangsweise einen Studiengruppensprecher fest, damit Formalien wie die Unterschriftenliste, die wir aufgrund der Anwesenheitspflicht führen müssen, o.ä. geregelt war. Dann schrieben wir alle noch unsere Nummern auf und einer erstellte eine Whatsapp-Gruppe – ich glaube sogar, dass das ich war, kann mich aber nicht genau erinnern. Die Gruppe half immens, nicht nur am Anfang, um sich besser kennen zu lernen, sondern auch vor Klausuren und generell um besser zu kommunizieren. Dann war der Tag auch schon wieder zu Ende und alle freuten sich auf den zweiten Tag, weil zumindest die Unwissenheit über den ersten Tag und über die fremden Kollegen erst einmal verflogen und mit positiven Eindrücken ersetzt wurde.

gez. Ms. Officer

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