Der dritte erste Tag – Die feierliche Vereidigung

Der dritte erste Tag

Dann hieß es erstmal nur Uni. Uni fernab von der Polizeiakademie (kein Scherz: die Polizeiakademie ist im tiefsten Westen Berlins, die Uni allerdings im tiefsten Osten). Bis auf Sport, den wir immer an der Polizeiakademie (PA) hatten, verbrachten wir all unsere Zeit an der Uni. Viel Stoff. Viele Fragezeichen. Noch mehr: “Wie soll ich jemals diese Rechtsklausuren schaffen, ich verstehe nur Bahnhof”. So ging es mir. Ich wusste nicht, wie ich das alles schaffen soll. Da bin ich ehrlich. Am Anfang habe ich gar nichts verstanden und alle, die aus dem mittleren Dienst kamen, so unglaublich beneidet. Ich wollte auch so viel wissen wie sie und schon so viel Ahnung haben. Hatte ich aber nicht. Ich hatte keine Ahnung. Das hat sich zum Glück noch geändert 😉 Was ich euch damit sagen will: Diese Ängste sind ganz normal und die hatte jeder. Doch man schafft es. Man lernt so unfassbar schnell.

Aber ich schweife ab. Es kamen die ersten Sportabnahmen, die erste Klausur, die ersten Lehrgänge. Die ersten Male in Uniform. Unbeschreiblich. Stark. Unbesiegbar. Seht es mir nach ich bin nur ehrlich. Es fühlte sich toll an. Nach etwas Besonderem – Mehr dazu dann aber in meinem nächsten Blockpost über die Einkleidung und die Uniform.
Der dritte erste Tag war dann der 02. Juni 2017. Der Tag der Vereidigung. Etwas spät, ja, das lag aber an vielen organisatorischen Gründen. Was die Vereidigung ist? An diesem Tag wird eine Feierlichkeit abgehalten, bei der im großen Rahmen ein Eid abgelegt wird:
„Ich schwöre, das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland und alle in der Bundesrepublik geltenden Gesetze zu wahren und meine Amtspflichten gewissenhaft zu erfüllen, so wahr mir Gott helfe.“ Der Eid kann auch ohne die Worte „so wahr mir Gott helfe“ geleistet werden.

An dem Tag: das erste Mal alle aus meinem Jahrgang in Uniform “schön” (so heißt die Art von Uniform): d.h. nicht im Einsatzanzug, den wir bis dato immer zu Lehrgängen trugen, sondern in der Uniform mit Hemd und Achteck-Mütze. Es war ein besonderer Tag. Zwei Personen durfte jeder von uns mit in die Philharmonie Berlin nehmen und dort wurden wir feierlich vereidigt. Als alle gleichzeitig den Eid aufgesagt haben. Leute was soll ich sagen. Ich hatte Gänsehaut. Es war plötzlich was ganz anderes. Ich habe mich davor oft gefragt wie das wohl sein wird und ob das wirklich so besonders ist wie alle immer sagen. Ja es war schon ein tolles Gefühlt. Und zu der Zeit, gut 1 Jahr nach der Ernennung, kannte man natürlich schon viele. Dieses Ereignis dann mit Menschen zu teilen, die man in so kurzer Zeit liebgewonnen hatte und mit der Familie – das war unglaublich schön. Meine Eltern sind extra dafür aus dem Ausland gekommen, um an dem Tag dabei zu sein. Abends gingen wir dann mit meiner Schwester und ihrem Freund noch essen und es wurde auf mich angestoßen. Ich war so glücklich diesen Tag mit ihnen teilen zu können. Er hat mir mehr bedeutet als ich mir damals eingestehen wollte. Die ersten Bilder von mir in Uniform mit Mum und Dad. Es mag echt so kitschig klingen, aber es war so schön. Ehrlich. An dem Tag bekam man noch einmal ein ganz neues Gefühl von “Polizei”. Deshalb war es für mich der dritte erste Tag. Der Tag, an dem man offiziell zur Polizeifamilie gehörte.

So, das waren sie. Meine drei ersten Tage. Habt ihr Fragen? Gedanken? Anregungen?
Ich hoffe ihr habt bis zum Schluss durchgehalten. Kleine Entwarnung: Ich schreibe nicht immer so viel. Aber manchmal kribbelt es mir in den Fingern, wie jetzt – und ich habe schon echt viel weggelassen!

gez. Ms. Officer

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