Meine Abschlussrede vom 29.03.2019

Wie versprochen, wollte ich euch meine Abschlussrede, die ich bei unserer Graduierung/Ernennung meines Jahrgangs am 29.03.2019 gehalten habe, nicht vorenthalten. Hier findet ihr den Text, sowie das Video in voller Länge (bis auf die Danksagung, die habe ich rausgelassen). Ich hoffe ihr verzeiht mir den schrecklichen Filter, aber das war die einzige Möglichkeit, mein Gesicht einigermaßen unkenntlich zu machen. Ja, ich spreche etwas schnell – das war die Aufregung. Und ja, ich heule am Anfang auch ein bisschen – aber so bin ich halt 😀

Meine Abschlussrede / 29.03.2019

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Liebe Gäste,

auch, wenn diese Veranstaltung jetzt schon fortgeschritten ist und es Zeit wird, dass wir endlich feiern und diesen besonderen Tag mit unseren Liebsten ausklingen lassen können, begrüße ich euch trotzdem nochmal alle recht herzlich auch von meiner Seite. Ich bin PK’in TagebucheinerPolizistin und ich möchte einfach noch einige Worte sagen – zu euch, liebe frisch gebackenen Kommissarinnen und Kommissare!

Ich muss ehrlich gestehen, ich habe mir schon vorher viele Gedanken gemacht, wie es wohl sein wird, hier oben zu stehen und eine Rede zu halten. Ich bin wirklich super nervös und gerade voller Emotionen, denn für uns alle ist das heute ein wahnsinnig wichtiger Tag. Der Tag, auf den wir 3 Jahre hingearbeitet haben. Egal ob Schupo oder Kripo, wir alle haben diesen Bachelor Studiengang mit dem heutigen Tag erfolgreich absolviert.

Vor ein paar Wochen, als ich die Schulterschlaufen mit dem silbernen Balken drauf eingepackt habe, um sie heute gegen den Stern zu tauschen, wirkte alles noch so surreal. Man wusste zwar irgendwie, was das bedeutete, aber richtig bewusst war es mir zu dem Zeitpunkt noch nicht. Es kam dann immer mehr: die letzten Noten, die Info über die Erstverwendung, das Zusammenpacken der Uniform, die Vorbereitungen für den heutigen Tag. Aber soll ich euch mal ganz ehrlich was sagen? Die richtige Aufregung kam erst, als ich heute früh aufgestanden bin. Mein Wecker klingelte und plötzlich war sie da, die Nervosität und das Kribbeln. Heute, der Tag, an dem der eine Lebensabschnitt endet und ein neuer beginnt. Heute, der Tag an dem wir graduiert und ernannt werden. Mit dem Wissen, dass sich unsere Leben ab dem heutigen Tag ganz schön verändert werden und dass ich so eine Euphorie deshalb empfinde.

Ich hatte, als ich mir über die Abschlussrede Gedanken gemacht habe, ungefähr 5 Entwürfe geschrieben, die alle in Richtung Rückblick des Studiums gingen. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wieso ich mit den Entwürfen nicht zufrieden war und irgendwann fiel dann der Groschen: 

Ich will gar nicht über das Studium reden. Wir haben es geschafft! Mit dem heutigen Tag müssen wir nicht mehr an das Studium denken.

Wir haben es alle erlebt und wissen auch, wie sich das Klausuren schreiben in diesem Audimax hier anfühlt, das brauche ich euch also nicht mehr zu erzählen. Ich denke wir sind uns einig darüber, dass wir froh sind, jetzt einen Haken dahinter machen zu können. 

Ich könnte Stunden darüber reden was wir erlebt haben, was gut und was schlecht war. Aber ich möchte das gar nicht. Ich bin unfassbar stolz auf uns alle, dass wir dieses Studium gemeistert haben und das sollten wir auch ausgiebig feiern. Aber lasst uns nun nach vorne schauen, statt zurück. Auf all die neuen Erfahrungen und alles, was wir ab jetzt erleben dürfen. Die vielen neuen Leute, die wir kennenlernen werden und der Job an sich, in den wir jetzt erst richtig starten. All das ist so spannend und aufregend und jeder von uns geht ab jetzt seinen eigenen Weg in dieser Behörde. Uns stehen alle Türen offen und die Möglichkeiten sind so vielseitig, quasi unendlich. Egal, was ihr für Wünsche und Träume habt, strebt immer danach, sie euch zu erfüllen und ich wünsche euch allen so sehr, dass ihr auf eurem Weg, welchen auch immer ihr einschlagt, glücklich seid. Wir haben so viele Eindrücke gewinnen können und jetzt liegt es an uns, aus dem Gelernten was zu machen. Wir werden uns Tag für Tag weiterentwickeln und wie heißt es so schön „man lernt nie aus“. Seid wachsam, seid aufmerksam, nehmt alles mit was ihr könnt und erhaltet die Leidenschaft zum Job aufrecht.

Klar gibt es manches, worüber man gut und gerne mal meckern kann, das haben wir auch im Studium schon zu genüge gemacht. Aber das liegt denke ich auch irgendwo in der Natur dieser Stadt, oder des Landes… hier meckert man halt gerne. Es ist zwar nicht alles perfekt, aber sich immer von dem Gemeckere und dem Negativen mitreißen zu lassen, dass bringt uns alle nicht weiter. Lasst uns alle immer daran denken, mit welchem Gedanken wir zur Polizei gegangen sind und lasst uns versuchen, diese Leidenschaft und die Liebe zum Beruf auch weiterhin zu leben. Lasst uns ändern, was wir verändern können und akzeptieren, was wir nicht verändern können. Vieles ist auch schon im Wandel und wir dürfen uns jetzt als einen Teil davon sehen. Die Strukturveränderung als mögliche erste große Etappe, und wir mittendrin. Ich persönlich freue mich auf den neuen Wind in der Behörde denn Veränderung tut gut und wir können somit gespannt sein, was unsere Karriere und unser Lebensweg noch für Überraschungen bereithalten. Wir stehen ganz am Anfang von etwas ganz Großem. 

Vergesst neben all diesem beruflichen aber niemals, dass ihr einen Ausgleich braucht, verbringt eure Freizeit mit Dingen die euch Spaß machen, die euch Ablenken vom Arbeitsalltag und die euch Kraft tanken lassen. 

Und Irgendwie habe ich jetzt doch schon wieder viel mehr gesagt als ich wollte, dabei hatte ich mir fest vorgenommen, euch nicht zu lange zu quälen. Das wichtigste was ich sagen will, ist: Passt immer gut auf euch auf, kommt stets heil nach Hause und bleibt gesund und munter. Ich bin unfassbar glücklich, stolz und erleichtert, dass wir hier heute sitzen dürfen, als Absolventinnen und Absolventen. Die letzten drei Jahre haben wir immer zugeguckt, wie die Jahrgänge über uns graduiert wurden und heute sind wir selbst dran. Ich beglückwünsche euch bzw. uns alle von ganzem Herzen zum bestandenen Bachelor und zur Ernennung zum Kommissar bzw. zur Kommissarin. Lasst uns jetzt ins Berufsleben starten, wir haben es geschafft!

gez. TP

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