Was motiviert mich?

Es geht um das Thema Sport. Viele Fragen mich, wie ich mich motivieren kann, regelmäßig Sport zu treiben.

Warnung: dieser Blog Post wird sehr persönlich.

Ich gehe regelmäßig zum Sport. Oft? Oft ist Ansichtssache. Aber Stopp. Ich fange von vorne an. Ganz von vorne.

Vor vielen vielen Jahren, als ich noch klein, süß und jung war (:P), da habe ich schon mit Sport angefangen. Als kleines Kind war ich im Ballett und bei der DLRG. Auf dem Gymnasium habe ich es dann mal mit Ballsport probiert. Nebenher bin ich weiter Schwimmen gegangen. Ballsport lag mir aber einfach auf Dauer nicht. Fußball und Basketball – war einfach nicht meins, ich war nicht schlecht, aber es hat mir keinen Spaß gemacht. Mit 15 Jahren habe ich dann, durch einen Minijob im Fitnessstudio, mit Fitness angefangen. Ich bin darin komplett aufgegangen. Ich habe es geliebt, wie sich mein Körper verändert und wie ich sichtbar stärker wurde. Ich wurde fitter, mir ging es auch besser. Meine Haut wurde besser, ich habe mich gesünder ernährt und ich war wacher und besser gelaunt. Alles in Allem also nur Positives. Dann kam die Zeit, in der ich 7-9 Mal die Woche beim Sport gewesen bin. Meine ganze Freizeit ging dafür drauf. Ich habe das nur nicht bemerkt. Man damaliger Freund ging ins gleiche Studio und somit haben wir eben dort viel Zeit gemeinsam verbracht. Damals hat es mir gutgetan und es war nicht schlimm, dass ich so oft dort war. Das Ganze habe ich dann ca. 5 Jahre gemacht. Vor 3 Jahren kam dann der Punkt, wo ich gemerkt habe, dass es einfach nur noch Alltag ist, ich aber keinen Spaß mehr daran habe. Ich habe keine Veränderung mehr gesehen, wurde gelangweilt davon, jedes Mal das gleiche zu machen und stupide seine Übungen zu machen. Ich hatte schlichtweg keine Lust mehr. Ich bin trotzdem weiter hingegangen. Weil es einfach “dazugehörte”. Ich merkte, wie der Druck immer größer wurde und ich mich immer mehr quälen musste. Ich war müde und hatte keine Lust. Dann kam ein Tag, und ich lüge nicht: Ich stand mit meinem Auto auf dem Parkplatz vom FitX Studio und… mir kamen einfach die Tränen. Ich wollte nicht. Ich wollte da einfach nicht rein. Ich wusste: bis hier hin und nicht weiter. Heulen, weil man sich zum Sport zwingen muss? Ich glaube ich spinne – wahnsinnig wirklich.

Ich habe eine Auszeit genommen. Ständig versucht wieder rein zu kommen. Aber es klappte einfach nicht. Ich habe mich wieder körperlich verändert – leider in eine Richtung, die mir gar nicht gefällt (ihr könnt euch sicher denken, was ich meine). Ich habe mit Zwang versucht, mir Fitness wieder schmackhaft zu machen, aber es ging einfach nicht. Ich hatte auch einfach keine Freunde, die regelmäßig zum Fitness gegangen sind. Und alleine zum Sport während alle anderen unterwegs sind, Essen gehen oder einen Abend auf der Couch genießen? Ich kam einfach nicht wieder rein.

Aber ich merkte, nach einiger Zeit mit sehr wenig Sport (ich habe NIE keinen Sport gemacht!!), also nur 1-2 Mal die Woche, merkte ich, wie sehr es mir fehlt, um einen Ausgleich zu finden. Meine Haut wurde schlecht, mein Körper war ständig müde, 2 Stockwerke Treppen waren schon anstrengend und mein Gemüt war auch… nennen wir es… empfindlich… Ich, die Sport immer so liebte, und mal so gut darin war, hatte plötzlich schlechte Noten im Studium im Sport… ich habe mich echt schei*** gefühlt.
Letztes Jahr hat mich dann ein Kollege der Feuerwehr auf die Idee gebracht, es mal mit Crossfit zu probieren. Er hat mich einfach mal mitgenommen und nach dem ersten Training war ich verliebt in die Box, das Training und die Leute dort. Ich habe sofort eine Mitgliedschaft abgeschlossen… für 100€ im Monat. 100€, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. SO TEUER! Ja, aber ich habe es geliebt. Und in dem Moment habe ich Prioritäten gesetzt. Wie viel geben wir im Monat für irgendeinen Scheiß aus, habe ich mir gedacht. Ein paarmal weniger Essen gehen, dachte ich mir. Und es war die beste Entscheidung. Ich habe wieder gemerkt, was es heißt, Spaß am Sport zu haben und wie es ist, gerne und ungezwungen zum Sport zu gehen und sich danach einfach super zu fühlen.

Ich musste jetzt leider damit aufhören. Durch den Schichtdienst kann man sich nicht mehr so gut an feste Kurszeiten binden. Vielleicht habe ich irgendwann den Dreh raus und kann es wieder machen, aber momentan ist es für mich leider keine Option. Mit dem Fitness bin ich flexibler. Und falls sich jetzt einige Fragen: Nein, Fitness macht mir leider immer noch nicht wieder Spaß ^^ Ich könnte mich alleine nicht motivieren. Ich bin dankbar, jetzt Kollegen zu haben, auf der neuen Dienststelle, die mich zum Sport motivieren und mich mitziehen. Und da kommen wir zum nächsten Punkt der Motivation:

Ich bin Polizeibeamtin. Ich finde es gehört dazu, sportlich zu sein. Ich will nicht die letzte sein, die bei einer gegenwärtigen häuslichen Gewalt im 5. OG ankommt und dann erstmal Luft holen muss bevor ich Maßnahmen treffen kann. Ich will, dass die männlichen Kollegen ein gutes Gefühl haben, wenn sie zu zweit mit mir auf dem Funkwagen sitzen, weil sie wissen, dass ich auch mal eine gewisse Strecke rennen kann, ohne zusammen zu klappen. Ich will, dass sie sich auf mich verlassen können, dass ich auch nach einem kurzen Sprint noch genug Sauerstoff im Kopf habe, um klar denken zu können. Und dazu gehört die körperliche Fitness. In meinen Augen ein absolutes Muss, wenn man ein guter Polizeibeamter/eine gute Polizeibeamtin sein will. Und deshalb mache ich Sport. Für mich und für meine Kollegen. Für meinen Job und den Bürger, den man schützen will. Ich tue das für meinen Beruf und meine Gesundheit.

Man hat nicht immer Zeit, und es gibt auch Phasen, in denen man mal weniger Sport macht. Aber kein Sport ist keine Option. Es ist immer eine Frage der Prioritäten. Und eben der Richtigen Einstellung. Man muss nur unterscheiden (an schlechten Tagen) zwischen: kein Bock oder keine Energie. Und da hilft schlichtweg nachdenken. Ich denke ich bin zu ko zum Sport, dann gibt es zwei Möglichkeiten: Habe ich 9 Stunden geschlafen und keinen anstrengenden Dienst gehabt: ab zum Sport, dann ist es nur die fehlende Lust die dazwischen steht. Habe ich 2 Stunden geschlafen und 12 Stunden Dienst mit 90% Einsätzen gehabt: dann ist auch mal einen Tag Pause und schonen okai. Der Körper braucht immerhin auch Ruhephasen.

Findet einen Sport, der euch Spaß macht. Aber macht was. Bewegt euch. Ob an der Luft, im Wasser oder im Fitness Studio. Tut es für euch und euren Job. Und wenn es euch alleine schwerfällt, sucht euch Kollegen und Freunde, mit denen ihr gemeinsam an einem Strang ziehen könnt. Ihr werdet es nicht bereuen!

Genug für heute – ich wünsche euch einen wundervollen Abend und hoffe, euch hat mein Blog Post gefallen!
Liebste Grüße

gez. TP

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