#grlpwr – Mädels in der Polizei

Es war einmal ein Mädchen, das wollte zur Polizei. Doch es machte sich Sorgen, wie es wohl werden wird, in einer Männerdomäne als Frau zu arbeiten.

So oder so ähnlich könnte man einige Fragen, die mich in letzter Zeit erreicht haben, zusammenfassen. Ich frage mich ganz oft, wie man auf solche Gedanken macht. Versteht mich nicht falsch. Ich finde es wundervoll, dass mir so viele Mädels schreiben, dass sie sich für den Job interessieren! <3 Ebenso finde ich schön, dass sie sich scheinbar vorher über alles mögliche Gedanken machen. Es ist nicht einfach nur „cool Polizei“, sondern scheinbar setzt man sich dort auch mit dem Beruf wirklich auseinander! Und genau das ist es ja, wofür ich meinen Blog mache. Um den Beruf näher zu bringen, um all die Fragen zu beantworten, die auf persönlichen Erfahrungen basieren und die man in keinem Flyer so beantwortet bekommt, wie von einer echten Person.

Und deshalb finde ich auch genau dieses Thema wieder super wichtig und total interessant. Dieses Thema hat seine absolute Daseinsberechtigung.

Wie ist es, als Frau unter so vielen Männern. Wie ist es, wenn man sich in einer Männerdomäne behaupten „Muss“ als Frau. Wird man als Frau ernst genommen und vor allem: wie verstehen sich die Frauen untereinander.

Das sind im Groben die Fragen, die ihr mir am häufigsten gestellt habt.

Also fangen wir doch mal an. Ich kann nur von dem berichten, was ich bisher erfahren habe, also ist das mal wieder – wie alles, was ich schreibe, meine ganz persönliche Meinung.

Ich kann euch meine Erfahrungen ja mal chronologisch erzählen:

Meine erste Zeit an der Uni, ich glaube wir waren 7 Frauen unter 23 Männern. Schlechte Quote denkt ihr, aber das war in meinem Jahrgang ein gutes Mittelmaß. Für mich kein Problem. Mein Leben lang hatte ich immer 1-2 sehr sehr gute Freundinnen und der Rest meiner Freunde waren männliche Kumpels. Für mich war das nie ein Problem, ich habe mich mit Jungs schon immer „besser verstanden“. Klingt komisch, wenn man das so ließt? Höre das aber von sehr vielen Mädels, besonders unter meinen Kolleginnen. Aber zurück zur Uni: Man lernte sich kennen und auch in der Uni war es anfangs so, dass ich mich mit den Jungs besser verstanden habe. Mit den Mädels war es eher „schwierig“. Es gab sogar ein Mädchen… wie formuliere ich es vorsichtig… Wobei, eigentlich nicht nötig, denn sie kennt die Geschichte ja 😉

Also ungeschönt: Wir mochten uns gar nicht. Ich weiß nicht woran es lag aber wir haben uns angesehen und da war direkt eine unschöne Stimmung. Wieso? Ich weiß es nicht, ich kann es nur erahnen. Wir beide sind sehr spezielle Charaktere. Beide sehr stur köpfig und ich vermute mal, dass da direkt eine leichte Tendenz der Stutenbissigkeit aufkam. Wir konnten uns nicht riechen, sind uns aus dem Weg gegangen und wollten nichts miteinander zu tun haben. Was soll ich euch sagen… Im Laufe des Studiums ist sie zu einer wundervollen Freundin geworden. Ohne sie hätte ich viele Dinge im Studium niemals so gemeistert, wie ich es am Ende getan habe. Ohne unsere gegenseitige Unterstützung, hätten wir es viel schwerer gehabt. Wir waren ein Herz und eine Seele.

Woher der Sinneswandel? Wir haben uns ausgesprochen. Miteinander geredet. Wir haben unsere komischen pubertären Gedanken zum Schweigen gebracht und gemerkt, dass wir doch ganz schön gemeinsam haben: die gleichen Vorstellungen vom Leben, die gleichen Probleme und Ziele. Wieso ich euch das erzähle? Kommt später noch!

Sie war mein Teamplayer. Wie ich mich mit den anderen Mädels verstanden habe? Ach naja es gab welche, mit denen man mehr und welche, mit denen man weniger klar kam. Ich glaube, dass hat sich nicht sehr Doll unterschieden zu Studiengängen, die weniger „Männerlastig“ und „Polizeibezogen“ sind. Das ist ganz normal, findet ihr nicht?

Was ich aber definitiv gemerkt habe war, dass die weiblichen Charaktere, die bei der Polizei sind, alle sehr ähnlich sind. Ich glaube langsam, man „muss“ so sein, wenn man zur Polizei geht. Ich kann hier nur von der Schutzpolizei reden, da ich mit der Kriminalpolizei zu wenig zu tun habe, als dass ich mir da ein Urteil bilden könnte. Aber so viel steht fest: Jede Frau, die zur Polizei geht, hat einen sehr starken Charakter. Zumindest ist es das, was ich bislang erleben durfte. Ich denke, wir sind alle in einer Form dominant. Ich meine… Wer mit 80% Männern arbeitet und 12 Stunden auf dem Funk- oder Mannschaftswagen mit Männern verbringt, der muss in gewisser Weise schon etwas abkönnen 😉 Allein die Gesprächsthemen, die Männer so haben – naja ich glaube, dazu muss ich nicht viel sagen.

Wie es dann für mich auf dem Abschnitt nach dem Studium weiter geht? Ich denke, im Verlauf des Studiums lernt man einige Dinge, die nicht im Lehrplan stehen. Vor allem gewinnt man an Lebenserfahrung und man entwickelt sich auch persönlich weiter. Viele Zankereien, die mich in der Uni gestört haben, haben sich im Laufe der 3 Jahre Ausbildung nach und nach wegrationalisiert. Ich habe gemerkt, was wichtig ist und was nicht. Ich persönlich habe gemerkt, dass Frauen sich vor Allem anzicken, wenn es um Neid und Eifersucht geht. Ich habe gemerkt, dass gerade angehende Polizistinnen sich gerne mal kritisch beäugen. Einfach weil wir charakterlich so sind wie wir sind. Und mit meiner neuen Einstellung bin ich auf den Abschnitt gegangen. Ich wollte, dass alle mich gut aufnehmen und dass vor Allem mich die Frauen als Teamplayer akzeptieren und nicht als Konkurrenz. Konkurrenz ist nämlich das Wort, dass hier die Größte Rolle spielt.

Muss man sich bei den Männern beweisen?

Da bekommt ihr von mir ein JA. Nicht, weil sie einen testen, sondern weil sie wissen wollen was für eine Art Frau du bist. Bist du die Art von Frau die ihr Hauptaugenmerk auf ihr Make-up und ihre Fingernägel legt. Bist du die Art Frau die quietscht sobald eine Maus unter den Funkwagen rennt? Oder bist du die Art Frau, die ihrem Streifenpartner den Rücken freihält. Die was drauf hat und der ihr Job das Wichtigste ist. Bist du fachlich gut und kannst du auch mal mit anpacken? Machst du „mimimi“ wenn dein Fingernagel abbricht oder schreibst du auch noch nach dem 12 Stunden-Dienst die Strafanzeige ohne zu „mimimi“n? 😛 ihr wisst was ich sagen will oder? Wenn man das einmal bewiesen hat Leute, macht es mit den Männern so unglaublich viel Spaß. Man wird EIN TEAM.

Wird man als Frau ernst genommen?

Ich verweise auf den einen Abschnitt weiter oben. Genauso ist es mit dem Bürger, mit dem man tagtäglich zu tun hat. Stellt man sich an wie eine Prinzessin und macht einen unseriösen Eindruck, hat man es meiner Meinung nach natürlich sehr schwer. Aber macht man seinen Job, setzt Maßnahmen durch und kann auch mal laut werden und durchgreifen, wenn es darauf ankommt, dann ist man im Beruf der Polizistin in meinen Augen genau richtig! Also! Zeigen was man kann und wozu man im Stande ist!

Und weiter zum Thema: Wie verstehen sich die Frauen untereinander?

Also ich muss sagen: Meine Kolleginnen habe ich alle unglaublich lieb. Es entwickeln sich Freundschaften und solang man sich offen begegnet, kann es den beruflichen Alltag zu etwas sehr Schönem machen! Das ist genau das, was ich immer sage: Das Team bestimmt, wie sehr man seinen Job liebt. Zwar fahre ich selten bzw. nie zu zweit auf dem Funkwagen mit einer Frau (ist dann doch immer gut, wenn ein Mann und eine Frau zusammenfahren), aber auch die Zeit auf der Wache und die gegenseitige Unterstützung, wenn es um Strafanzeigen geht, ist unersetzlich.

Natürlich gibt es auch negativ Beispiele, das will ich gar nicht herunterspielen. Ich habe leider auch schon einiges schlechtes Erfahren. Neid, Gerüchte, Sprüche. Nicht jeder, selbst unter den Kollegen, ist dein Freund und nicht jeder meint es gut mit dir. Deshalb bin ich vorsichtig geworden, wem ich was erzähle und anvertraue. Meine Leute kenne ich inzwischen und ich vertraue ihnen, aber es gibt andere – vor allem immer komischerweise die, die einen gar nicht richtig kennen, die einem Böses wünschen. Wieso? Ja das frage ich mich auch. Wenn ihr eine Antwort habt, sagt sie mir. Ich kann inzwischen nur noch mit dem Kopf schütteln, wenn ich so viel Hass und Missgunst in einer Person erlebe. Aber wisst ihr was? Ich weiß inzwischen, dass das eigentlich nur Menschen machen, die mit ihrem eigenen Leben nicht glücklich sind. Und das macht mich jedes Mal nur noch stärker, wenn jemand versucht mich anzugreifen. Wenn ich höre, dass eine Frau und dann auch noch eine Kollegin (aus den eigenen Reihen erwartet man eigentlich Unterstützung und keine Missgunst), Gerüchte über mich verbreitet, oder schlecht über mich redet ohne mich und meine Arbeit zu kennen, dann zeigt mir das nichts, außer dass diese Frau dann wohl ein Problem mit genau den Dingen hat, die sie über mich bemängelt. Oder hat es jemand, der selbstbewusst und glücklich ist nötig, über andere Unwahrheiten zu verbreiten um ihr Image schlecht zu machen?

Aber solche Leute findet man überall. Nicht nur Frauen, nicht nur in der Polizei. Immer und überall gibt es solche Kandidaten. Aber wenn euch so etwas widerfährt, denkt an meine Worte. Und sucht euch die, die es gut mit euch meinen, denn das Gefühl, einen gestärkten Rücken zu haben und die #grlpwr zu spüren ist einfach nur viel zu toll! Und dann kann man die kleinen Ausreißer – die kleinen Proben, die das Leben an die Geduld und den eigenen Charakter stellt – ganz leicht wegstecken.

Zusammenfassend: Polizistinnen sind die krassesten 😛 Ich liebe meine Kolleginnen genauso wie ich meine Kollegen liebe. Und wieso? Weil wir Frauen TOLL sind! Wir haben es nicht immer leicht aber ich denke, gerade diese Herausforderung macht den Beruf so unglaublich spannend. Man wächst jeden Tag und jeder Einsatz macht einen stärker.

#grlpwr #miasmädels #frauenpower #liebeliebeliebe

Over and out.

Gez. Mia

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