Rücklick – das erste Jahr PKin.

Ein Jahr ist vergangen.

01.04.2019. Das war mein Tag. Der wohl bislang wichtigste und spannendste Tag in meinem Leben. Der Tag, mit der größten Veränderung bis dato. Der Tag, der mein Leben auf den Kopf gestellt hat.

Es ist unfassbar und quasi unbeschreiblich, was in einem Jahr alles passiert ist. Wie viel ich lernen durfte, was ich erleben musste und wie sehr ich an all dem selbst gewachsen bin. Man könnte sagen – oder nein, man muss sagen, dass ich mich in diesem einen Jahr extrem stark entwickelt habe. Ich habe viele Dinge für mein Leben gelernt. Ob das alles positiv war? Nein. Es waren viele schlimme Erlebnisse dabei. Aber vor allem will ich auf das Positive eingehen, da das definitiv überwiegt und mich rückblickend so glücklich macht!

Aber fangen wir mal von vorne an.

Mein erstes Jahr. Wo begann alles? Mein erster Tag auf der Dienststelle war unglaublich aufregend aber auch… erdrückend. Ich erhielt meinen Spind, lernte schon so viele neue Gesichter kennen und hatte das Gefühl, in der Masse unter zu gehen.

Verglichen zu diesem Jahrgang (2020), der Dank Corona keine feierliche Ernennung im großen Stil genießen durften, hatten wir das Privileg, vom Abschnittsleiter und dem Direktionsleiter persönlich auf unserer neuen Dienststelle begrüßt zu werden. Wir waren ca. 15-20 Personen – schätze ich – die neu in die Direktion gekommen sind. Wir alle waren super glücklich und extrem stolz an diesem Tag. Es ging um viel Organisatorisches, Schlüsselempfang, der Empfang der Waffen und vieles mehr. Die erste Schicht bestand nur aus solchen Dingen.

Leute was soll ich euch sagen, die ersten Tage und Wochen waren die komplette Überforderung für mich, was Gesichter und Namen merken angeht – wenn es euch da auch so geht, macht euch keine Sorgen – das ist völlig normal und geht von selbst weg, sobald ihr euch da entspannt. 😀 ein kleiner Tipp am Rande. Kein Mensch der Welt nimmt euch das Übel, solange ich immer schön „Hallo“ sagt – und wenn es 3 Mal am Tag zur gleichen Person ist, weil du nicht weißt, ob du denjenigen schon gesehen und gegrüßt hattest.

Aber weiter mit den wichtigen Dingen. Den ersten Monat fährt man bei uns als „Neue/Neuer“ noch zu Dritt auf dem Funkwagen. Einen klassischen Bärenführer hatte ich nicht, was ich persönlich gut fand. Viele mögen das, aber ich bin eher der Meinung, lieber viele verschiedene Arbeitsweisen kennenlernen zu wollen, anstatt nur eine. Denn gerade die erste Zeit ist sehr prägend und ich denke man gewöhnt sich sehr schnell an die Arbeitsweise eines Bärenführers, wenn man immer nur diese eine Sichtweise kennenlernt. Vor allem Anfangs, saugt man alles in sich auf und versucht, so viel wie möglich auf- und auch anzunehmen.

Meine ersten Einsätze waren alle spannend – vom normalen Verkehrsunfall ohne Verletzte, über brennende Pkw, häusliche Gewalten, Einbrüche mit Tätern im Gebäude und auch Leichensachen – alles war neu und aufregend. Die erste Zeit erzählte ich meiner Familie gefühlt jeden Tag, was ich Neues erlebt hatte. Bis es meiner Mutter irgendwann zu viel wurde. Dann habe ich begonnen zu realisieren, dass meine Geschichten für mich selbst von der Spannungskurve herabsanken, ich aber einfach nur an gewisse Einsätze bereits „gewöhnt“ war. Ich kann euch sagen, es geht verdammt schnell. Der Lerneffekt ist immens in der ersten Zeit. Es gab keinen Einsatz, aus dem ich nicht mit mindestens einer neuen Erkenntnis herausgegangen bin. Auch der erste Widerstand ließ nicht lang auf sich warten. Leider darf ich zu solchen Themen nicht so viel sagen – aber ich kann euch verraten, es war Adrenalin pur. Das erste Mal bei Allem, war Adrenalin pur. Zu jedem einzelnen Einsatz könnte ich vermutlich einen komplett eigenen Text schreiben, aber das würde hier in diesem Blogbeitrag den Rahmen sprengen. Ich will versuchen, euch einen groben Überblick zu geben, was das eine Jahr so passiert ist. Wenn ihr zu Themen mehr Details möchtet, lasst es mich gerne wissen.

Unter einem Instagram Post habt ihr mir viele Fragen gestellt, die ich zum „Einjährigen“ beantworten sollte. Und die versuche ich nun einigermaßen chronologisch abzuarbeiten:

  • Wie schnell hast du dich im Berufsalltag zurechtgefunden?

Mit dem Begriff „Berufsalltag“ verbinde ich bewusst in diesem Zusammenhang NICHT das berufliche Know-How, oder die Art und Weise, Einsätze zu meistern. Mit dem Berufsalltag verbinde ich: Das morgendliche Begrüßen, das Aufrüsten vor einer Schicht, das Verhalten auf dem Abschnitt im Verlauf der Schicht, die Ernährung im Dienst, der Umgang mit Kollegen, ob man sich auf seiner Dienststelle wohlfühlt und wie man sich im Dienst in Uniform auf der Straße fühlt.

Ich muss ehrlich zugeben, das oben Genannte kam recht schnell. Ich hatte das Glück, in eine extrem offene und warmherzige Dienstgruppe gekommen zu sein. Ich denke tatsächlich, dass der einzige Dorn in den Augen mancher mein Instagram Profil war, dass bis dahin wohl schon ordentlich die Runde gemacht hatte. Man beobachtet die ersten Tage natürlich erstmal „was machen die Kollegen so“. Ich gebe zu, anfangs hatte ich sogar „Angst“ auf Toilette zu gehen, weil ich immer dachte, genau dann würde bestimmt ein Eilauftrag reinkommen und da muss ich ja sofort auf dem Funkwagen sitzen. Aber an solche Dinge gewöhnt man sich recht schnell und so doof das klingt, diese kleinen „Probleme“ ha JEDER. Darüber redet halt keiner – aber es ist so 😉 Man gewöhnt sich schnell an die Routine. Das Aufrüsten des Funkwagens ist in 2-3 Tagen gelernt und man macht es dann einfach voller Stolz und Vorfreude auf den bevorstehenden Dienst. Es funktionierte bei mir alles ganz von selbst. Meine Kollegen haben mich sofort super aufgenommen. Ich konnte meine Fragen loswerden und durch einen großen Einsatz direkt am Anfang wurde ich, auch was stressige Situationen angeht, direkt ins kalte Wasser geschmissen. Das war in dem Moment purer Stress aber hat mich viel gelehrt. Dadurch, dass ich direkt anfangs so viele außergewöhnliche Einsätze hatte, hat das natürlich nochmal mehr zusammengeschweißt und somit stieg mein Zugehörigkeitsgefühl in der Dienstgruppe, was das gesamte Arbeiten erleichterte und die Eingewöhnung deutlich beschleunigte.

Natürlich kommt es hier sehr auf die Menschen in der Dienstgruppe an, aber auch auf DICH. Wie gibst du dich und wie bringst du dich in die Dienstgruppe ein? Die ersten Dienste sind verdammt wichtig was deinen Eindruck im Team angeht. Man kommt als Neuer in eine eingeschweißte Gruppe und muss sich da mehr oder weniger erstmal beweisen. Bist du offen, freundlich, wissbegierig und passt gut ins Team, dann geht das ganz schnell und wunderbar. Man kommt direkt in seiner eigenen kleinen Polizeifamilie an.

  • Kannst du dir vorstellen, in einem anderen Bereich bei der Polizei zu arbeiten, als du es aktuell tust?

Das ist eine sehr schwere Frage. Auf die ich nicht mit ja oder nein antworten kann. Ich liebe meinen Job. Und dieser beschränkt sich eben zurzeit auf alles, was die Wache so mit sich bringt und was mein aktueller Wissensstand zulässt. Während ich am Anfang immer dachte, ich möchte nur Funkwagen fahren, niemals etwas anderes tun, bin ich nach einem Jahr schon an einer anderen Position. Ich interessiere mich auch für andere Aufgaben auf der Wache, die im Gesamten viel umfangreicher sind, als dass man sie mit einem Satz beschreiben könnte. Es gibt unglaublich viele Aufgabenbereiche auf dem Abschnitt, die man als Außenstehender gar nicht so erkennt. Selbst wenn man neu ankommt, auf dem Abschnitt, und denkt, der Funkwagen ist das Einzige, das man auf dem Abschnitt machen kann, ist man weit gefehlt. Die komplette Wache funktioniert nur durch die vielen verschiedenen Positionen mit den unterschiedlichsten Aufgaben Hand in Hand arbeiten. Und ja, diese Bereiche muss man alle kennenlernen. Dies bedeutet nicht, zu wissen, dass es sie gibt, sondern teilweise sind da so komplexe Arbeitsabläufe, dass man dafür weitere Lehrgänge braucht und vor allem die Erfahrung auf der Straße, um die Wachaufgaben meistern zu können. Hiervon bin ich noch weit entfernt aber zumindest behalte ich es im Auge, sodass ich weiß, auf was ich hinarbeiten könnte. In ein paar Jahren könnt ihr mir die Frage dann gerne nochmal stellen, dann kenne ich bestimmt schon mehr und kann euch dazu auch fundiertere Aussagen geben.

Neben dem Abschnitt gibt es ja dann noch weitere, unzählige Dienststellen innerhalb der Behörde, die komplett losgelöst vom Abschnitt arbeiten. Hier sind auch super spannende und interessante Bereiche dabei, die – natürlich – auch bei mir unglaubliche Neugierde wecken. Selbst wenn ich jetzt schon „wüsste“ welche Bereiche ich bei der Polizei unbedingt noch kennenlernen möchte – wie sagt man so schön: „Das Leben ist das, was passiert, während man Pläne macht“. Denn es kommt eh anders, als man denkt. Aber eins kann ich mit Sicherheit sagen: Es gibt noch sehr viel, was mich interessiert, und wo ich Zumindest mal eine Hospitation machen möchte. Zumal es auch super wichtig ist, zu wissen, wie andere arbeiten.

  • Was findest du an dem Beruf am besten und was gefällt dir nicht so gut?

Puh. Ich denke tatsächlich ist es das Teamgefühl und die Zugehörigkeit in einer kleinen Polizeifamilie. Ich liebe meine Dienstgruppe und habe jeden Tag Spaß auf der Arbeit – naja fast jeden Tag – es gibt natürlich auch mal schlechte Zeiten. Natürlich regt man sich auch manchmal auf, man hat mal schlechte Laune oder einen miesen Tag. Aber wenn die richtigen Kollegen mit dir im Dienst sind, ist selbst das ganz oft einfach vergessen. Man arbeitet gemeinsam, zusammen und mit Menschen. Mich macht das unglaublich glücklich. Auch wenn man immer denkt, dass die Polizei ja eh nur kommt, wenn irgendwas schlecht ist, so sehe ich das aus einem ganz anderen Blickwinkel. Ich kann die Momente selbst nach nur einem Jahr nicht mehr alle zählen, in denen der Bürger dankbar und glücklich war, uns zu sehen. Wie oft hatte ich positive Unterhaltungen und witzige Momente. Wie oft konnten wir helfen und somit in guter Erinnerung bei dem/der ein oder anderen bleiben. Es sind meist die kleinen Dinge, die einen Dienst zu etwas Besonderem machen. Und meine Devise dabei ist: immer menschlich zu bleiben. Denn das war bisher in all meinen Einsätzen der Schlüssel zum Erfolg. Und das liebe ich.

  • Was ist dir am schwersten gefallen, als du in deinen Beruf gestartet bist?         

Eure Fragen sind wirklich unglaublich schwer zu beantworten 😀 Aber dennoch versuche ich es. Also natürlich gehört zu den Anfangsschwierigkeiten die fehlende Praxis. Das ist zwar nicht „schwer“ per se, denn man hat ja immer jemanden dabei, der einem sagt was zu tun ist, wenn man noch ganz am Anfang steht, und man noch alles lernen muss, wie es „auf der Straße“ wirklich funktioniert. Das, was einem in keiner Schule der Welt beigebracht werden kann – nämlich die Menschenkenntnis und das Bauchgefühl – das war für mich anfangs das Schwierigste. Die Reaktion der Menschen draußen auf dein Erscheinen, der Umgang mit dem Bürger und auch die Teamarbeit mit den neuen Kollegen, die ab jetzt jeden Tag an deiner Seite sind. Es war zwar auch das schwierigste, aber gleichzeitig auch irgendwie das Schönste, da man jeden Tag Fortschritte gemacht hat, und man somit jeden Tag mit einem Glücksgefühl die Arbeit verlassen konnte.

  • Wie bist du mit Todesnachrichten umgegangen?

Zum Thema Tod – auch wenn das natürlich eins der Tabu-Themen ist – habe ich eine eigene Meinung. Ob diese Meinung viele teilen oder nicht, kann ich so genau nicht sagen, da – wie gesagt – darüber nicht viele Menschen reden.

Ich selbst hatte das Glück, bisher keine Todesnachricht selbst überbringen zu müssen. Das stelle ich mich nach wie vor sehr schlimm vor. Auch wenn man es in der Ausbildung übt und einen Leitfaden an die Hand bekommt, der es einem deutlich erleichtert, die Nachricht professionell und so schonend aber verständlich wie möglich zu überbringen, ist auch das die Empathie und vor allem die Menschlichkeit gefragt.

Wenn man mich jetzt fragt, wie ich mit eigenen Todesnachrichten umgegangen bin – also z.B. wenn ich höre, dass das Opfer eines Verkehrsunfalls, den ich aufgenommen habe, verstorben ist, dann ist das ein ganz anderes Thema. Ich weiß nicht, wie viel ich dazu sagen kann oder darf, deshalb ein abschließender Satz von mir an dieser Stelle zu dem Thema: Es nimmt mich immer mehr mit, wenn ich zu einem Einsatz komme und eine Person vor Ort noch lebt, also um ihr Leben kämpft, als wenn diese Person den Kampf schon verloren hat. Beides ist selbstverständlich gleichermaßen schlimm und dramatisch, aber bei der ersten Variante stellt man sich immer die Frage: wie kann ich die Person noch retten. Und je länger man sich diese Frage stellt, desto mehr zerfrisst sie einen…

So, nächste Frage.

  • Wie kamst du zu deiner „Laufbahn“ und wohin soll es beruflich noch gehen?

Diese Frage ist ähnlich, wie eine, die ich schon weiter oben beantwortet habe. Ich gehe deshalb nur auf den ersten Teil der Frage ein:

Wie kam ich überhaupt auf den gehobenen Dienst? Ich hatte vor der Polizei etwas anderes studiert. Ich habe mich dann für den gehobenen Dienst bei der Kripo beworben, als ich merkte, dass das andere Studium nichts für mich ist. Ich habe dann noch den Haken bei „Schutzpolizei gD (gehobener Dienst) und mD (mittlerer Dienst) gemacht“. Im Prinzip war mir also die Laufbahn relativ egal, Hauptsache Polizei. Als ich dann die Direktzusage für die Schutzpolizei im gehobenen Dienst hatte, habe ich diese dankend angenommen. Und ja, im Nachhinein bin ich extrem froh, dass es nicht die Kripo geworden ist. Und NEIN, damit möchte ich nicht die Kripo schlecht machen. Im Gegenteil. Die Kollegen leisten ebenfalls extrem gute Arbeit – es wäre nur einfach nicht mein Fall gewesen. Dafür bin ich (aktuell) nicht gemacht.

Wenn es dann um die Frage geht, wieso ich zum Abschnitt und nicht zu einer anderen Dienststelle nach dem Studium gegangen bin, kann ich folgendes sagen: Als ich das Studium begann, wollte ich unbedingt immer zur Einsatzhundertschaft. Die junge „Bande“ in die man da hineinkommt, hat mich immer gereizt. Dazu der Dienstsport und die Arbeitszeiten, die bei den Hundertschaften in Berlin einfach echt viel angenehmer sind, als auf dem Abschnitt. Aber dann hatte ich mein Praktikum im 5. Semester und ich war sofort von dem Gedanken weg. Ich wollte nur noch zum Abschnitt. Mein Abschnittspraktikum war so toll, dass ich nie wieder etwas anderes wollte. Falls das hier jemand von meinem Praktikumsabschnitt liest oder hört. DANKE, ihr wart einfach die BESTEN! 😀

  • Denkst du, du hast dich in dem einen Jahr verändert?

Mit 100%-er Überzeugung: JA! Und wie. Zuerst einmal ist es immer eine Veränderung, wenn man von der Studentin zur voll berufstätigen Frau wird. Man steht plötzlich mitten im Leben. Ich bin damals ja auch noch umgezogen, aus meiner Studentenwohnung (1-Zimmer) in eine schicke 2-Zimmerwohnung mit Balkon, schöner Küche und allem, was mein Studentinnen Herz sich immer erträumt hatte. Auch das verändert schon mal. Was den Beruf angeht, konnte ich aber auch nochmal sehr viel für mein Leben mitnehmen. Ich denke auch, dass der Prozess noch lange nicht beendet ist, und ich auch noch die nächsten Jahre stark an meinen Aufgaben und Herausforderungen wachsen werde. Ich habe viel gelernt, was Selbstbewusstsein angeht. Eigenständigkeit und vor allem Eigenverantwortung waren bei mir zwei Dinge, die sich in den letzten 12 Monaten unglaublich verstärkt haben. Ich denke, dass sich auch auf der Zwischenmenschlichen Ebene viel getan hat. Ich bin zudem kommunikativer geworden und ich habe nicht mehr so viel „Angst“ vor dem Telefonieren 😉 das klinkt total doof aber wer das erste Mal mit einem Staatsanwalt telefoniert hat, weiß vielleicht wovon ich rede. Man macht viele Dinge zum ersten Mal. Gerade das erste Jahr ist voll von „ersten Malen“. Und mit jedem einzelnen davon, lernst du was an dir und wächst mit deinen Aufgaben. Es ist eine Entwicklung, die ich manchmal gerne nochmal im Schnelldurchlauf vor meinem inneren Auge erleben wollen würde. Eigentlich muss ich dazu mal meine Familie und Freunde befragen, denn als Außenstehender nimmt man das nochmal ganz anders wahr, als man selbst.

  • Wie kommst du nach einem Jahr mit dem Schichtdienst zurecht?

Es gibt Phasen, da macht es mir absolut nichts aus. Da bin ich voller Energie, egal wie viele Schichten und zu welchen Tageszeiten. Man schafft es dann, sehr viel zu erledigen, während andere Arbeiten. Z.B. Besorgungen in der Stadt sind unter der Woche viel angenehmer, als am Wochenende. Arztbesuche kann man besser planen und der See im Sommer ist auch mittwochs leerer, als am Samstag. Manchmal stehe ich nach einer Nachtschicht auch top fit auf und habe noch ganz viel vom Tag.

Und dann gibt es Phasen, da bin ich nach der Nachtschicht total gerädert. Wie ein schlimmer Hangover nach drei Tagen durchfeiern (was ich übrigens nie gemacht habe und nie machen wird :D). Und auch Phasen, wo es mich total stört, dass ich nicht das Wochenende frei habe, wie manche meiner Freunde – wobei ich hierzu sagen muss, dass fast alle meiner Freunde selbst im Schichtdienst sind. Oder Dienste, wo man so k.o. ist, dass man zu nichts mehr kommt und man dann den nächsten Dienst schon wieder verdammt, weil man denkt, man ist nur noch Arbeiten.

Aber ich denke, diese Phasen hat jeder – ob Schichtdienst oder nicht. Es ist denke ich auch hier wieder viel eine Willensfrage. Gefällt einem generell das Prinzip des Schichtdienstes oder kann man es sich für sein Leben und seinen Alltag gar nicht vorstellen. Was definitiv Fakt ist: Es bestimmt dein Leben. Wenn du also von Anfang an sagst, Schichtdienst ist nichts für dich, dann ist der Polizeiberuf auch nichts für dich. Für mich spielte das noch nie eine Rolle. Im Gegenteil. Meine Sonntage waren mir noch nie wichtig und auch nachts zu arbeiten störte mich gedanklich nie. Und das hat sich auch so bewahrheitet. Nach wie vor, selbst nach einem Jahr, sehe ich das noch genauso.

 

So… nun habe ich schon wieder viel mehr geschrieben, als ich eigentlich wollte. Es gibt so viel, was ich noch im Detail beschreiben könnte. Zum Beispiel mein erstes Mal vor Gericht, mein erstes Mal dies oder jenes. Aber ich denke, einen groben Überblick habt ihr schon einmal.

An all die, die mein Profil und meinen Blog von Anfang an kennen: mich würde mal brennend interessieren, wie ihr meine Entwicklung und meinen Blog wahrnehmt. Merkt ihr etwas, dass sich verändert hat? Was gefiel euch im letzten Jahr am besten und wovon wollt ihr mehr wissen oder hören?

Ich hoffe, dass ich euch bald wieder mehr Polizei Content bieten kann, vor allem auch auf Instagram.

Bleibt alle gesund und ich freue mich über euer Feedback!

Liebe Grüße

Gez. Mia

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