Die zwei grössten Gefahren #instacop

Wie soll ich diesen Text bloß nennen. Es gibt so viele Arten und Weisen wie ich diesen Titel hier auswählen könnte. Es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten, wie ich diesen Text aufbaue, wie ich ihn angehe. Doch am Ende habe ich ein Ziel. Ich möchte mal wieder etwas offenlegen. Transparenz zeige. Transparent sein. Für euch.

Mit „euch“ meine ich viele verschiedene Personengruppen. Ich meine in erster Linie die, die mich unterstützen und hinter mir stehen. Ihr – wenn ich das so sagen darf – seid der Grund, wieso mir das alles hier so viel Spaß macht. Wieso ich Mühen in Kauf nehme und Diskussionen durchleben muss. Ich mache das alles hier, weil mein Herz aufgeht, wenn ich sehe, wie viel euch meine Texte bringen. Ich will euch Mehrwert schaffen. Ich kann nicht immer über den spannenden Berufsalltag berichten, weil ich wenig erzählen darf. Für solche Dinge sind dann die Pressestelle und die Öffentlichkeitsarbeit bei der Polizei zuständig. Was ich euch mitteilen will, ist all das, was euch niemand vorher erzählt. All die Dinge, die auf der menschlichen Ebene passieren, die euch kein Einstellungsbüro der Welt sagen kann. Und wenn ich über nicht-berufliche Dinge spreche, dann sind es nicht die Sachen, die man ungern anspricht. Ich rede über Sachen, die unangenehm sind. Viele schöne Sachen sind auch dabei, meist die kleinen Dinge – um zu zeigen, auf was es im Leben ankommt. Es sind unschöne Dinge, es ist Kritik dabei, es sind freudige Texte oder auch emotionale Erzählungen. Ich schreibe wonach mir ist und bin dabei zwar super vorsichtig, aber immer ECHT. Und ich LIEBE es, wie sehr ihr das an mir mögt.

Ich schreibe gerade wirr? Lies bis zum Ende, dann ergibt alles einen Sinn. Wirklich.

Personengruppe 1 habe ich nun beschrieben. Die Personengruppe, auf die es ankommt. Und trotzdem schwirrt hier noch eine kleine, unscheinbare Personengruppe 2 herum. Im Folgenden nennen wir sie einfach nur, die „Anderen“. Es gibt nämlich Menschen, die einen – egal was man tut – für alles Mögliche verurteilen. Meistens sogar Vorverurteilen. Am meisten liebe ich ja (Ironie aus) die Menschen, die jemanden schon „hassen“ bevor sie jemals ein Wort mit dieser Person gewechselt haben. Und das sind unter anderem die „anderen“.

Als ich mit diesem Account hier begonnen habe, habe ich mir jeden Mist zu Herzen genommen. Bei kleinsten Misserfolgen oder Zweifeln bin ich direkt ins Rudern geraten. Als ich merkte, wie viele mir Steine in den Weg legen wollten oder mich gar komplett vom Weg runterschmeißen wollten, war ich jedes Mal total verunsichert. Doch ich habe weitergemacht. Und ich bin unendlich stolz darauf.

Sich durchzusetzen – vor allem in Bezug auf seine eigenen Gedanken – ist extrem schwer. Der Mensch neigt dazu, sich von negativen Informationen mehr beeinflussen zu lassen, als von positiven. Diesem Druck nicht nachzugeben, stellt oft eine große Herausforderung dar.

Ich möchte hier auch gar nicht meinen Werdegang mit meinem Profil erläutern – nein, es soll hier um etwas ganz Anderes gehen. Und zwar möchte ich euch heute mal transparent darlegen, mit was ich alles umgehen muss, seit ich dieses Profil hier betreibe. Aktuell sehe ich hier und dort immer wieder neue Profile aus dem Boden sprießen und im Prinzip ist das auch toll. Jede positive Werbung für diesen Beruf und den Menschen dahinter finde ich super. Doch es gibt mehrere Faktoren, wieso ich denke, dass es nicht für jedermann gut ist. Vor allem möchte ich Dinge aufzeigen, über die man nicht nachdenkt, oder die man herunterspielt, wenn man sich Gedanken über ein solches Profil macht.

Seine Erlebnisse und Erfahrungen zu teilen, gerade in so einem tollen Beruf wie dem Polizistin/Polizist sein, ist unglaublich toll. Ich rate GRUNDSÄTZLICH davon ab, ein Profil zu erstellen, wenn man noch den Anwärterstatus hat. Wieso ich das so strikt sehe, könnt ihr in einem vergangenen Blogpost (hier klicken) lesen. Aber auch als neue Kollegin ist es alles andere als einfach. Selbst ein erfahrener Kollege würde sich sicher einiges an „hate“ anhören müssen, wenn er/sie so ein Profil ins Leben rufen würde. Klar fallen dann Kommentare wie „drei Tage mit Bahncard draußen und will schon von Erfahrungen berichten“ oder „lern doch erstmal wie man eine richtige Polizistin ist, bevor du hier einen auf Instacop-Prinzessin machst“, aber die Menschen lassen sich auch dann sicherlich wieder Dinge einfallen.

Und doch habe ich es gemacht. Ich habe über so vieles nachgedacht – ob ich es wirklich mache, welche Gefahren dahinterstecken, mit wem ich alles reden muss (Vorgesetzte), was für Vor- und Nachteile das Ganze für mich, meine berufliche Laufbahn und mein Privatleben hat.

Ich möchte euch meine zwei wichtigsten Punkte (es gibt weiteraus mehr als diese zwei– aber dazu vielleicht ein anderes Mal) mitgeben.

  1. Es ist mehr „VS-nfD“ (Verschlusssache – nur für den Dienstgebrauch) als man denkt.

Als ich angefangen habe, das Profil zu betreiben, merkte ich natürlich bereits am ersten Tag, was für ein wahnsinniges Interesse für den Polizeiberuf für Außenstehende existiert. Auch Bewerberinnen und Bewerber, sowie Anwärterinnen und Anwärter fragten mich Löcher in den Bauch. „Erzähl doch mal davon“, oder „was macht ihr denn da genau“. Doch genau bei den Fragen ist es immer super ernüchternd, sagen zu müssen, dass man darüber nicht reden darf. Das fängt aber schon bei den kleinsten Dingen an. Ich rede hier nicht von offensichtlichen Dingen, die NIEMALS über soziale Medien von Privatpersonen geteilt werden dürfen, wie z.B. Funkmitschnitte, Einsatztaktiken oder personen-/einsatzbezogene Daten. Da ist sich HOFFENTLICH jeder bewusst, dass das unter keinen Umständen geht.

Aber es gibt zusätzlich viele kleine Dinge, über die ich persönlich nicht berichte. Und darüber sollte man sich vorher riesen große Gedanken machen. Im Prinzip muss man sich immer zwei Fragen stellen: Die erste ist: Ist es offiziell VS-nfD? Dann darf man es natürlich nicht posten. Die zweite Frage ist aber dann umso wichtiger, nämlich: Hat irgendein polizeiliches Gegenüber einen taktischen Vorteil im Einsatz, wenn er/sie das über meine berufliche Arbeit weiß. So, und damit das verständlicher ist, hier ein Beispiel: Wenn ich öffentlich und super detailliert beschreibe, wieso ich was an welcher Stelle meiner Uniform trage, macht mich das meinem Gegenüber berechenbarer. Klar erkennt man das auch, wenn ich draußen herumlaufe, deshalb denken sicher viele „ach das ist ja keine geheime Information“. Klar sieht das jeder, aber muss man dazu auch noch erklären wieso, weshalb, warum und es damit auf dem Präsentierteller zur Schau stellen?

  1. Kollegen als Follower.

    Die zweite Sache ist, dass wohl oder übel auch direkte und indirekte Kollegen Follower sein werden. Wo ich da das Problem sehe? Tja anfangs fand ich das nicht so schlimm, weil ich wohl unterschätzt habe, wie Menschen sein können. Vor allem, wie Kollegen sein können. Man denkt immer, dass die ganze Polizeifamilie an einem Strang zieht. Man denkt immer, wir wären ein großer Haufen, der zusammenhält und sich gegenseitig den Rücken stärkt. Oh man, wie schön das wäre. Gerade in der jetzigen Zeit wäre es angebracht, wenn man zusammenhält und sich mit den wichtigen Dingen im Leben beschäftigt. Aber nein. Es gibt tatsächlich Kolleginnen und Kollegen, die nichts Besseres zu tun haben, als jeden Schritt über Social Media zu überwachen, zu kommentieren und zu verbreiten. Es gab schon so viele Momente, wo ich mir einfach nur an den Kopf gefasst habe, weil ich so schockiert war, über unkollegiales Verhalten.

Auch hier muss ich verdammt vorsichtig sein, wie ich es formuliere. Ich liebe die meisten meiner Kollegen. Aber es gibt immer und überall Menschen, die einem nichts Gutes wollen. Und solche gibt es eben auch bei uns.

So ein Profil muss nicht jeder gut finden. Jeder kann seine Meinung dazu haben, aber es gibt Dinge, die sind dem Kindergarten ähnlich und die finde ich abgrundtief schlimm. Man kann gerne sachlich mit mir über alles diskutieren, was ich hier „veranstalte“. Aber sachlich. Das was aber viele hinter dem Rücken tun, ist nicht sachlich.

Ich sage euch, ein solches Profil, wie ich es habe – und obwohl ich NUR Gutes damit im Sinn hatte und ein wertvolles Ziel verfolge – wird immer Kritiker haben. Kritiker sind gut, sie sorgen dafür, dass man sich verbessert, wächst und optimiert. Und dann gibt es eben die „Anderen“. Die, die dich einfach nur scheitern sehen wollen. Woran man den Unterschied erkennt? Sie setzen sich selten mit dir persönlich auseinander. Meistens läuft es hinter deinem Rücken ab und sie verbreiten Gerüchte ohne Hand und Fuß, völlig aus der Luft gegriffen. Und wenn sie sich doch mal mit dir persönlich unterhalten, dann noch seltener unter vier Augen, sondern eher mit Publikum und dann in keine angenehmen Art und Weise, sondern in einer herabwürdigenden, konfrontierenden Art, mit der sie dir die Diskussionsgrundlage nehmen wollen. Beides ist unglaublich anstrengend. Gerade aktuell ist wieder eine Phase, in der manche Menschen ihre Missgunst mir gegenüber mit haltlosen Gerüchten Ausdruck verleihen wollen.

Selbst wenn man lernt, darüber zu stehen, dann kann das trotzdem immer für Nachteile im Job sorgen. Im schlimmsten Fall erschwert das die Zusammenarbeit, weil man nicht weiß, wer nur nach vorne hin zu einem nett ist und hinten herum lästert. Professionalität bewahren ist natürlich dann der Job. Aber emotional ist es einfach nur traurig.

Neid und Missgunst sind unglaublich schwierige Begleiter. Besonders bei einem Profil wie diesem. Es ist ja nicht so, als müsse man nicht schon genug über alles Mögliche nachdenken. Da fehlt es einem natürlich gerade noch, dass die eigenen Kollegen einem in den Rücken fallen. Wieso sind Menschen so neidisch? Wieso kann man nicht die positiven Aspekte des Ganzen sehen und vor allem, wie viel Mühe ich hier hineinstecke. Es ist harte Arbeit, das Ganze am Leben zu halten und 33 tausend Menschen mit einer gesunden Mischung aus Privatleben und Beruf zu präsentieren.

Es wird vorkommen, dass sich eine solche oder eine ähnliche Situation ergeben: Ihr seid verletzt, habt euch möglicherweise das Knie verletzt. Nehmen wir an ihr seid einige Wochen außer Dienst. Habt aber einen Instagam Account, bei dem unter 33 tausend Followern nun mal auch einige Kollegen sind. Oder sie folgen nicht – sie gucken nur deine Stories regelmäßig an ;). Nehmen wir an ihr postet da nun, wie ihr mit eurem Hund spazieren geht. Die Leute werden direkt anfangen zu lästern. Wieso ihr denn krankgeschrieben seid, aber auf Insta posten könnt, wie ihr spazieren geht. Das geht ja mal gar nicht – Oh mein Gott. Diese Menschen denken dann wohl nicht darüber nach, dass Mobilisierung des Knies sogar zur Heilung beiträgt, dass so ein Hund auch mal auf seine Gassi Runde muss und dass man, nur weil man keine Schiene mehr trägt, nicht sofort wieder Dienstfähig (rennen, sprinten, springen usw.) ist. Aber ich habe das Gefühl, die Menschen WOLLEN dann auch nicht darüber nachdenken. Sie finden eine Kleinigkeit über die man reden könnte und versuchen sie, ganz groß zu machen. Und das ist nur ein Beispiel von vielen hunderten, die ich euch nennen könnte. Und wenn es diese Kleinigkeiten mal nicht gibt, dann erfindet man eben Sachen.

Puh… eigentlich wollte ich bei Punkt 2 nicht annähernd so ausführlich werden, es sind wohl persönliche, aktuelle Erfahrungen, die da wieder mit einspielen. Vielleicht möchte ich hier mal wieder zum Ausdruck bringen, wie sehr ich mir mehr Zusammenhalt auf menschlicher Ebene innerhalb der Polizei wünsche. Aber ich denke das hat nichts mit Polizei zu tun, sondern ist einfach der Mensch. Der neidische Mensch. Wenn jemand Erfolg mit einer Sache hat, die man selbst gerne hätte, ist der Mensch eben neidisch und versucht oftmals, es der Person schlecht zu machen. Interessant wird es dann, wenn man sie fragt, wieso sie es denn nicht selbst besser mache 😉

Wieso ich euch das alles sage? Damit die, die meinem Account gerne folgen, mehr über mein Leben und die Arbeit hinter Instagram verstehen, damit ihr wisst, was es mich manchmal an Nerven und Energie kostet und ihr somit möglicherweise den ein oder anderen Text noch besser verstehen könnt, weil ihr mich und meinen Charakter besser kennenlernt. Auf der anderen Seite möchte ich die, die mir versuchen ein Bein zu stellen und mit Sicherheit wieder diesen Text lesen, um sich was zu suchen, worüber sie reden können, aufklären kann, dass ich auch hinter die Fassaden blicke und mir über so ziemlich alles bewusst bin, was geredet wird. Und auch, damit alle, die darüber nachdenken, sich solch ein Profil zu machen, sich der Gefahren, dem Aufwand und dem Druck VORHER bewusst sind. Denn man steckt ungern monatelang Arbeit in etwas hinein, um es dann aufgrund von schlechten Erfahrungen wieder zu löschen, oder?

Ich freue mich wie immer über euer Feedback!

Liebe Grüße

Gez. Mia

Ein Gedanke zu „Die zwei grössten Gefahren #instacop

  1. Mega Blogeintrag! Ich finde es mega wie du dich in den sozialen Medien representierst und dazu stehst was du machst! Muss sagen ich bin ein riesen Fan von dir, deinem Profil und deinem Blog. Da ich selbst Interesse an dem Polizei Beruf habe, hilfst du mir und bestimmt auch anderen mal eine andere Sichtweise auf den Beruf zu erhaschen! Mach weiter so ❤

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