Polizeianwärter und Instagram

Ich möchte heute über ein Thema reden, das mir sehr am Herzen liegt. Und das vor allem alle betrifft, die sich über diese Polizei-Instagram Verknüpfung Gedanken machen. Vor allem geht dieser Blogpost an alle, die mich zwecks meines Profils und allem, was ich dort veröffentliche, angesprochen haben.

p.s.: alles was ich hier sage ist absolut lieb gemeint!! Es soll sich bitte NIEMAND angegriffen fühlen, ich meine das nur gut!!

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Dankbarkeit und Wertschätzung

Guten Tag ihr Lieben,

 

 
vor Kurzem habe ich bei Instagram einen Spruch gepostet:
“Mach das Richtige, auch wenn niemand zuschaut. Das nennt man Integrität”. Davon abgesehen, dass das Richtige immer Definitionssache ist, habe ich dazu erläutert, dass es wichtig ist, Dinge nicht aus dem Grund zu tun, dass man von anderen Lob und Anerkennung bekommt, sondern dass man es aus Überzeugung machen sollte. Immer. Auch wenn niemand dabei ist, der deine gute Tat loben kann.

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Polizeianwärter als “Möchtegern-Cops”?

Ein Mädchen, dass mir bei Instagram folgt, hat mich gebeten darüber zu schreiben, wie man auf der Straße mit Polizei-Hass und Angriffen aufgrund des Berufs umgeht. Darüber kann ich nichts sagen, da ich noch keine fertige Polizistin bin und diese Erfahrungen in dem Umfang bisher nicht machen konnte. “Polizeianwärter als “Möchtegern-Cops”?” weiterlesen

Das Studium gPvD – 4.-6. Semester

Ich habe euch etwas ganz wichtiges vorenthalten, weil ich es vergessen habe! Das Fahrsicherheitstraining! Das findet im Praxissemester des 3. Semesters statt und macht echt richtig viel Spaß ! Der Fahrtweg dahin (es ist sehr weit südlich Berlins) ist zwar die Hölle, aber die Tage dort sind so unfassbar witzig und man lernt wirklich sehr viel auch über sein eigenes Fahrverhalten!

So und nun wie versprochen zum Ende des 4. Semesters und das was dann folgt. Die Klausuren im 4. Semester fordern viel Energie. Bei der letzten Klausur verlässt man die Uni mit dem absolut besten Gefühl überhaupt. Ein ganzes Jahr keine Klausuren und ein halbes Jahr keine Uni. Zugegeben, ich mochte die Uni in Lichtenberg nie: zu weit weg und ein Prachtexemplar an Uni ist sie nun auch nicht 😉 deshalb umso schöner zu wissen, dass ich ein halbes Jahr nicht jeden Tag die Reise nach Lichtenberg antreten muss. Das Gefühl ist der Wahnsinn. 

Dann beginnt der 4. Praxisteil. Übergangslos geht dieser in das 5. Semester über. Ein reines “fachpraktisches” Semester (und in meinen Augen das tollste Semester). Man hat trotzdem sehr viel Theorie in einigen Lehrgängen, aber alles findet innerhalb der Polizeiakademie in Spandau (oder auf der jeweiligen Praktikumsdienststelle) statt und hat einen sehr großen praktischen Anteil. Man hat hier Lehrgänge wie den Verkehrspostenlehrgang – das ist der Lehrgang, den man braucht, um eine Kreuzung mit ausgefallener Lichtzeichenanlage (Ampel) regeln zu dürfen. Der VU-Lehrgang, wo man lernt, wie man einen Verkehrsunfall aufnimmt, ist essenziell für das darauf folgende Praktikum. Im 5. Semester ist man nämlich (kann hier nur noch von den Schupos sprechen) 6 Wochen auf dem Abschnitt und 6 Wochen auf einer Einsatzhundertschaft und erlebt dort den täglichen Dienst. Hier heißt es: viel lernen, viel von sich zeigen und viel machen! Freiwillige Vorträge oder Einsätze sind immer sehr willkommen und unterstützen den Chef dabei, eine angemessene Bewertung schreiben zu können, denn: beide Praktika sind bewertet und mir persönlich war es auch wichtig, einen guten Eindruck zu hinterlassen. Ausführlich zu den Praktika und meinen Erlebnissen dort, werde ich aber wohl noch einen weiteren Blogpost schreiben. Hier soll es ja nur ein grober Überblick für euch sein, an dem man sich bei Interesse am Studium mal schlau lesen kann.
Allgemein kann ich aber sagen, dass die Praktika unfassbar lehrreich und eine wahnsinnig tolle Zeit waren.
p.s.: Es wird schwer sein, danach wieder an die Uni zu gehen und die Schulbank zu drücken. Man will raus, Arbeiten – die Welt retten 😀 

Neben den o.g. Lehrgängen und Praktika hat man dann noch ein sehr langes Seminar. Dieses geht 8 Wochen und nennt sich Einsatz- und Führungsseminar. Als Gruppe oder Zug werden von immer anderen Verantwortlichen Einsätze geplant und dann auch tatsächlich durchgeführt. Dabei holen wir uns Einsätze von anderen Dienststellen, die z.B. an eine Hundertschaft gegeben werden sollten und planen sie so durch, wie man es als Zugführer im echten Leben (möglicherweise macht der es etwas besser und professioneller :P) auch machen würde. Zumindest geben wir uns Mühe. Die durchgeführten Einsätze können sich über kleinere Verkehrssonderkontrollen bis hin zu Durchsuchungen oder sonstigen Maßnahmen strecken. Es ist uns quasi freigestellt und wir können uns mal ausprobieren und erste praktische Erfahrungen sammeln. Man wächst als Team zusammen und der Lehrgang ist ein wichtiger Inhalt des Fachpraktischen Teils. Auch hier erhält man eine Note.
Ich hatte anschließend noch das Abschlussschießen. Das haben die meisten Klassen erst im 6. Semester, aber da es bei meiner Klasse termintechnisch nicht anders gepasst hat, durften wir es schon im 5. Semester machen. Das hat super viel Spaß gemacht. Wir hatten verschiedene Übungen, die wir schießen und bestehen mussten, um unsere Waffenträgereigenschaft weiterhin zu behalten bzw. zu erlangen. Uns wird dabei auch beigebracht, wie wir z.B. einhändig schießen, wie man schießt, wenn man gleichzeitig eine Taschenlampe in der Hand hält und auch, wie man Störungen an der Waffe beseitigt, wenn man nur eine Hand frei hat. Beidhändig lernt man das ja schon in den normalen Lehrgängen und im Abschlusslehrgang wird es dann eben etwas schwieriger und man kann sich nochmal austesten und seine Fähigkeiten an der Waffe verbessern. Nicht nur mit unserer “normalen” Dienstwaffe – der P6 aktuell noch -, sondern auch mit der MP5 haben wir im Abschlusslehrgang nochmal geschossen.
Auch eine Art Rollenspiel, bei dem unsere rechtliche Sicherheit im Umgang mit der Waffe und dem Schusswaffengebrauch im Einsatz geprüft wird, Muss man absolvieren. Hier war ich sehr überrascht wie viel man doch über das Studium gelernt hatte. Nachdem man ein Rollenspiel mit etwas Unsicherheit (bei mir war das so) durchgespielt hatte, verflog die Aufregung und im nächsten Rollenspiel war ich dann bereits viel sicherer im Umgang und auch mit der rechtlichen Einschätzung. 
Die Waffe in der Hand zu halten ist definitiv nicht “normal”: Es ist ein ungewohntes Gefühl und man sollte nie den Respekt vor dieser Waffe verlieren. Ein gesundes Verständnis von seinen Einsatzmitteln ist im Dienst stets geboten und das wird in diesem Abschlusslehrgang nochmal sehr gut verdeutlicht. Die Regelmäßige Überprüfung der Waffenträgereigenschaft ist sehr gut und wichtig!

Einer der besonderen Lehrgänge war außerdem die Ausbildung für den geschlossenen Einsatz. Hier lernt man, was die Hundertschaften in ihrem täglichen Dienst zu leisten haben und wie sie arbeiten. Ich darf hier leider gar nichts über die Inhalte verraten aber verdammt: Dieser Lehrgang war so anstrengend. Wir sind körperlich an unsere Grenzen gekommen und darüber hinaus gegangen. Man ist sehr stark zusammengewachsen und dennoch wurde das Hierarchie Verständnis für den Gruppen- bzw. Zugführer gestärkt. Während wir an der Uni das Diskutieren und Hinterfragen lernen, ist es in Situationen im Dienst unabdingbar, auf seinen Vorgesetzten zu hören. Er weiß was er macht und es ist wichtig, seinen Anweisungen zu folgen, um den Erfolg der Maßnahmen zu sichern. Das lernt man in diesem Lehrgang. Es war hart, wir haben geschwitzt, wir waren verzweifelt und wurden zum Weitermachen animiert. Es war der WAHNSINN. Vielleicht lag es auch an den Lehrgangsleitern (die uns allerdings auch mal die Hölle heiß gemacht haben wenn jemand sein Barett vergessen hatte). Aber extra Liegestütz für Fehlverhalten zeigen eben Wirkung 😉 Am Ende des Lehrgangs waren wir alle bestens erzogen :p 

Bis es dann wieder an die Uni ging… 😉 Nach einem wohlverdienten Urlaub muss man sich dann nämlich wieder an den Theoretischen Teil gewöhnen – schwierig muss ich sagen. Es ist uns allen schwer gefallen.
Die wichtige Phase der Bachelor-Arbeit beginnt. Nachdem man im 4. Semester bereits ein Thema mit seinen Wunsch-Korrektoren eingereicht hat und das im 5. Semester (hoffentlich) genehmigt wurde, fangen die meisten jetzt Ende des 5./ Anfang des 6. Semesters erst richtig mit dem Schreiben an. Wichtig ist, dass man sich schon vorher Gedanken macht und wirklich nicht zu spät anfängt – es soll ja schließlich die einzige Bachelor-Arbeit sein, die man schreiben muss. Deshalb ist hier Mühe geben angesagt und ein gutes Zeitmanagement. Zugegeben hat man nun bis Abgabe der BA viel frei. Ich hatte im Durchschnitt nur 3 mal die Woche Uni und den Rest der Woche konnte ich für meine Interviews und das Schreiben der BA nutzen. Sie dann zu Drucken und Binden zu lassen ist nochmal ein riesiges Glücksgefühl! Danach folgen noch zwei Vorträge mit schriftlicher Ausarbeitung (das Spiel kennt ihr bereits) und – das was ihr gerade bei Instagram bei mir verfolgen durftet: die letzten beiden Klausuren stehen an. Einsatzlehre und Verkehrslehre wollen noch geschrieben und bestanden werden. Geschrieben habe ich heute die letzte Klausur und jetzt heißt es Daumen drücken, dass auch alles bestanden worden ist!!

Und wie geht es jetzt weiter? Nach den Klausuren folgt ein 2-wöchiges Praktikum. Ich verbringe dies ab kommendem Montag bei der Berliner Feuerwehr, da es mir wichtig ist zu wissen, wie die Kollegen arbeiten, um das später im Einsatz zu verstehen und ihnen nicht im Weg zu stehen (im wahrsten Sinne des Wortes, wenn ich nicht weiß wie die Feuerwehr wo, wann, wie lang muss und ich da mit meinem Funkwagen stehe … z.B.). Man kann es aber auch in einer anderen Behörde machen, bei einer Polizei in einem anderen Bundesland oder man macht eine Studienreise, wenn man genug Leute und zwei Dozenten findet, die mitfahren. Drei Studienreisen gibt es dieses Jahr bei uns: nach Barcelona, St. Petersburg und Prag – ich wünsche den Kolleginnen und Kollegen viel Spaß!
Nach dem Wahlpflichtpraktikum… Tja was passiert dann? Es finden noch sechs wichtige Tage im März statt. Zwei davon sind der erste-Hilfe-Kurs. Zwei davon der Schlagstock-Lehrgang (Tonfa – Training) und der fünfte Tag ist der Tag der Verteidigung der Bachelor Arbeit. Der sechste und wohl wichtigste Tag: die Graduierung – bei mir am 29.03.2019. Und den Rest des Märzes? Vorbereitung auf den Dienst, Vorbereitung auf die Verteidigung und wenn man so motiviert ist wie ich, und sich bereit erklärt, die Abschlussrede am 29.03. bei der Ernennung/Graduierung zu halten, dann sollte man die Zeit gut nutzen, diese Vorzubereiten (ich habe einerseits Sorge, andererseits freue ich mich sehr darauf, die Abschlussrede halten zu dürfen – aber die muss gut werden :p). Einige Tage Urlaub haben wir auch noch und die Abschlussfeier im Jahrgangsrahmen steht auch noch an. Es wird also ein spaßiger März, so wie ich mir das vorstelle. Und währenddessen wartet mein ganzer Jahrgang darauf, endlich zu erfahren, wo es nach dem Studium hingeht – das ist nochmal sehr aufregend !!

So und nun ist der “kleine” Überblick auch schon fertig. Ich hoffe ich habe nichts vergessen und konnte euch das Studium zum gehobenen Polizeivollzugsdienst, wie es in Berlin abläuft, etwas näher bringen.

Alles in allem war es eine lehrreiche und größtenteils echt gute Zeit. Jeder, der den Wunsch hat, Polizistin oder Polizist in Berlin zu werden, wird es hier mega gut gefallen und neben Höhen und Tiefen (die Tiefen vergisst man übrigens kann schnell kann ich euch aus Erfahrung sagen) habt ihr eine super Zeit und kommt eurem Traum jeden Tag ein bisschen näher. Und je näher der Tag der Graduierung kommt, umso mehr weiß man zu schätzen, was man die drei Jahre alles erleben durfte. Man lernt so viele Leute kennen und eignet sich so viel Wissen und doch schon einige Erfahrungen an, das ist unfassbar. 

Falls ihr Fragen habt, meldet euch gerne! Und falls ihr jetzt das Studium beginnt und es doch etwas anders strukturiert ist: Der allgemeine Inhalt bleibt erst einmal der Gleiche. Möglicherweise wird das Studium irgendwann umstrukturiert, aber bis dahin könnt ihr meinen Erfahrungsbericht als grobe Richtung ansehen. Und jetzt: Viel Spaß beim studieren :p

gez. TP

Das Studium gPvD – 1.-4. Semester

Vor einigen Tagen hatte ich mal in meiner Story bei Instagram gefragt, was für Themen ihr gerne angesprochen haben möchtet, in meinem nächsten Blogpost. Einige hatten sich etwas über das Studium gewünscht, manche wollten etwas über die Intensität wissen, wie es mit Urlaub und Freizeit aussieht, andere wollten Infos über Klausuren, Hausarbeiten oder Lehrgänge. 

Für alle, die bereits Polizistinnen/Polizisten sind, ist dieses Thema natürlich nicht sonderlich interessant. Aber ich denke so ein kleiner Erfahrungsbericht schadet nicht, somit kann ich die letzten drei Jahre auch noch einmal Revue passieren lassen! Mal schauen wie ausführlich ich werde und ob es in einen Post passt. Bezweifle das aber stark – ich kenne mich :p Ich hoffe ich vergesse nichts, man vergisst leider doch sehr schnell. 

Beginnen wir mit dem ersten Semester. Am 01.04.2016 begann ich das Studium zum gehobenen Polizeivollzugsdienst an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin. Die erste Woche war noch etwas… wie nennt man es. Organisatorisch? Wenig Inhalt, außer bei den Rechtsfächern, da wurde sehr schnell Gas gegeben. Alle anderen Fächer waren erst einmal belegt mit Übersichten, was wird uns beigebracht, vielen vielen Vorstellungsrunden und anderen organisatorischen Dingen. Innerhalb der ersten paar Wochen gab es auch noch einen Tag, an dem eine Art “Einführung in das Studium” stattgefunden hatte. In einem Workshop sollten wir uns alle etwas besser kennenlernen und es wurden kleine Teamaufgaben vergeben, die wir am Ende präsentieren sollten.
Dann ging es mit dem Unterricht los. In meiner Klasse war im Alter von 18 bis 31 alles vertreten. Die Hälfte meiner Klasse waren komplette Polizei-Neulinge, die andere Hälfte, also etwas 15 Leute, kamen aus dem mittleren Dienst (die meisten hatten die Ausbildung begonnen und sich dann extern noch einmal neu für das Studium beworben).
Die Infos, die man dann in den Vorlesungen bekommt erscheinen maßlos und zugegeben, ich muss sagen ich war anfangs wirklich etwas überfordert. Gerade in den Rechtsfächern, bei denen die aus dem mD kommenden einfach schon viel viel versierter waren als wir “Neue”, dachte ich echt, ich werde daran scheitern. Es war so viel auf einmal und um das große Ganze zu verstehen braucht es viel Geduld und auch mal die ein oder andere “peinliche” Frage in der Klasse. Aber ich lege euch ans Herz: traut euch zu fragen, die meisten Dozenten an der Uni reagieren wirklich sofort gut auf eure Fragen und können auffassen, wo die Verständnisprobleme liegen. Das ist Gold wert, wenn ihr das Glück habt, so einen Dozenten zu haben. Ein kleines Geheimnis: Ich habe es zwar rechtzeitig zu den Klausuren immer alles verstanden, aber den Zusammenhang zur Praxis, also das “wofür lerne ich das hier eigentlich alles”, das habe ich erst im Praktikum gesehen. Also heißt es erstmal nur: durchbeißen, gut zuhören und vor allem mitschreiben, auch wenn man da im Studium leider manchmal zu Faulheit neigt. Geistig anwesend sein ist aber schon die halbe Miete, da erspart man sich sehr viel Zeit beim lernen für die Klausuren.
Im ersten Semester ist es, was die Prüfungen angeht, auch noch echt easy. Ihr schreibt lediglich eine Klausur in Soziologie und die ist absolut machbar, da braucht man sich keine Sorgen machen. Auf eine Hausarbeit in Grund- und Menschenrechte, wird man dann noch vorbereitet, die man relativ zeitig im 2. Semester abgeben muss. Ich und andere Kollegen, die vorher schon mal studiert haben, hatten hier einen kleinen Vorteil. Das zitieren und generell Verfassen von Hausarbeiten war somit schon “Gewohnheit” und fiel nicht allzu schwer, andere hatten da leider mehr Probleme.
Im ersten Semester (allerdings relativ mittig) findet auch ein ein-wöchiges Praktikum in Zivil statt – für die Schupos auf dem Abschnitt und für die Kripos bei dem Kriminaldauerdienst (K1).
Während der Uni-Phase hat man im 1. Semester noch Schwimmen. Da das in Ruhleben stattfindet bedeutet das leider, dass man zwischen Uni und Polizeiakademie pendeln muss, was auf Dauer ziemlich nervig ist. Übt fleißig für Schwimmen, auch in der Freizeit, da die Prüfung echt nicht ohne ist.

Und dann kommt schon die erste Praxisphase. Ihr habt Lehrgänge wie Verhaltenstraining und Funken, auch noch alles super überfordernd (für mich) aber rückblickend waren das echt alles sehr gute und hilfreiche Lehrgänge. Auch Waffenkunde und das Zu- und Eingriffrecht (somit auch die ersten Festnahmetechniken) und sog. Situs (Situationstrainings) werden im ersten Semester im Fachpraktischen Teil nicht an der Uni, sondern an der Polizeiakademie in Spandau durchgeführt. Außerdem macht man hier noch ein Praktikum, das zwei Wochen geht. Hier tauscht man die Rollen mit den Kripos: Kripos machen ein Praktikum auf dem Abschnitt und Schupos gehen zu K1. So lernt man auch mal die andere Sparte kennen und da man im 1. und 2. Semester noch gemischte Klassen mit Schupos und Kripos hat, kann man hier noch einmal gucken ob man die richtige Entscheidung getroffen hat. Denn man hat bis Ende des 2. Semesters die Möglichkeit, mit einem Tauschpartner die Laufbahn zu wechseln. Der Urlaub (30 Tage im Jahr) wird euch vorgegeben und ist immer in den Praxisphasen jedes Semesters zugeteilt. Erholt euch hier gut, denn:

Danach beginnt dann das 2. Semester und hier wird es deutlich anstrengender und komplizierter. Wenn ich euch eins ans Herz legen könnt: nehmt die Übungsklassen so ernst wie nur irgendwie möglich. Nach Abgabe der Hausarbeit beginnt sehr schnell die direkte Vorbereitung auf die ersten Rechtsklausuren. Man schreibt 3 Klausuren: Psychologie, Strafrecht und Strafprozessrecht. Und die haben es wirklich in sich: LERNEN!! Aber das war leider noch nicht alles, neben der Hausarbeit und den Klausuren muss man noch zwei Präsentationen halten. Eine in Polizei- und Ordnungsrecht und eine in Einsatzlehre. Bei beiden gehört zum Arbeitsauftrag eine schriftliche Ausarbeitung. Was der Dozent da erwartet ist ganz individuell und da müsst ihr immer gut aufpassen was er haben will. Bei uns waren es immer zwischen 10 und 15 Seiten Ausarbeitung, was leider vom Aufwand her nochmal fast eine Hausarbeit bedeutet. Ein ziemlich aufwändiges Semester also, hier hat man deutlich weniger Freizeit und der Sport, Partner, Familie und die Freunde müssen etwas nach hinten geschoben werden. Aber auch das geht vorbei. Parallel findet auch das erste Halbjahr ESV (einsatzbezogene Selbstverteidigung) statt. Hierzu sage ich nichts außer: es gibt Menschen die hier sehr stark kämpfen müssen und sehr viel lernen müssen um es zu bestehen, aber es ist wirklich sehr wichtig für den späteren Dienst! ^^

Nach den Klausuren dann wieder die Praxisphase mit Urlaub und Lehrgängen. Leider hier kein Praktikum. Im 2. Semester wird einem das Programm, dass die Polizei Berlin zur Anzeigenaufnahme verwendet, beigebracht. Man macht einen Fotolehrgang, einen Kurs über Cyber-Kriminalität (klingt langweilig aber ich fand den mega spannend) und noch einen etwas intensiveren Kurs, bei dem am Ende auch eine Prüfung ansteht. Hier geht es um das Vorgehen an einem Tatort – mega wichtig für die spätere Arbeit.

Im 3. Semester habt ihr dann wieder etwas mehr Freizeit und könnt durchatmen. Es wird wieder nur eine Klausur in Kriminologie geschrieben und einige (nicht alle: der Rest hat dies im 4. Semester) können schon ihre Präsentation mit schriftlichem Anteil im Fach Politikwissenschaften halten. Wenn ihr schnell seit, meldet euch da, dann habt ihr das erledigt. Einige unbewertete Vorträge können immer Mal wieder stattfinden, aber das ist auch wieder Dozenten abhängig. Wichtig im 3. Semester: nur weil ihr keine Klausuren schreibt heißt das nicht, dass es unwichtig ist. Im Gegenteil: ihr braucht alles für die Klausuren im 4. Semester die mal wieder richtige Brecher sind. Also nicht nachlassen mit der Aufmerksamkeit! Das 4. und 5. Semester teilen sich in Sport einmal Ausdauer = Laufen und Kraft = Parcours, Liegestütz und Klimmzüge. Ich empfehle euch, das schon im 1. und 2. Semester im Hinterkopf zu haben, da es so spontan nicht so viel hilft, erst im 4./5. Semester mit dem Training anzufangen.
Der Fachpraktische Teil beinhaltete dann endlich das erste Mal Schießen! Den Lehrgang fand ich besonders toll und aufregend. Vielleicht sollte ich dazu mal extra was schreiben, denn dazu kann man echt noch viel erzählen und berichten. Bei anderen Lehrgängen ist das auch immer mit den Inhalten so eine Sache. Zu viel darf man da natürlich nicht sagen.
Außerdem habt ihr nochmal vertiefendes Verhaltenstraining, Einsatztraining und Situationstraining. An alle Lehrgänge kann ich mich zugegeben gar nicht mehr erinnern – kann sein, dass ich hier was vergessen habe.

Dann kommt nochmal der letzte Oberhammer: das 4. Semester. Die, die nicht das Glück hatten, PW im 3. Semester zu halten, müssen dies nun hier tun. Streitet euch um die frühen Plätze denn man neigt dazu es nach hinten schieben wollen aber das – und das ist ein Tipp für das gesamte Studium – macht hier GAR KEINEN Sinn ! Macht alles immer so früh und zeitnah wie ihr könnt, um einen Haken dran zu machen. Je näher die Klausuren kommen, umso mehr Stress hat man eh. Dazu kommt eine Präsentation mit Ausarbeitung in einem Vertiefungsmodul, das ihr im 3. Semester frei wählen durftet. Tipp von mir hier: schnell sein. Geht sofort wenn die Kurswahl freigeschaltet wird auf euren Kurs, sonst kommt ihr nicht mehr in die guten Kurse. :p
Die Hausarbeit in Führungslehre kostet nochmal sehr viel Zeit und dann müsst ihr euch schon an das Meister-Projekt des 4. Semesters machen: Die Planübung. Das ist quasi ein ganzer Tag, den du und deine Gruppe (7-9 Leute) gestalten. Ihr haltet eine Präsentation, bzw. plant einen Einsatz, den ihr dann vor dem Gremium, das euch benotet, und der Klasse vorstellt. Sehr aufwändig und hier können echt riesige Diskussionen ausgelöst werden. Doch egal wie schwierig es wird: Denkt dran, ihr seid Kollegen und ihr wollt das alle und gemeinsam schaffen. Also arbeitet zusammen, seid ein Team und bleibt stark als eine Einheit. Dann funktioniert das Ganze auch viel besser und ihr sichert euch eine sehr gute Note. Wenn das überstanden ist, kommen noch zwei große Aufgaben auf euch zu, die nochmal sehr viel Konzentration und Durchhaltevermögen fordern! Die beiden Klausuren des 4. Semesters sind Polizei- und Ordnungsrecht, sowie Verkehrsrecht. Beide ziemlich heftig wie ich fand. Sehr viel Stoff, aber auch machbar. Ihr schafft das, ich glaub an euch :p 

So… das war nun doch ziemlich viel und irgendwie auch ziemlich trocken. Glaube mein übernächster Post wird wieder etwas… emotionaler 😛 mit Gefühlen und Gedanken und so. Aber das ist ebenfalls wichtig. Ich hab damals nirgends Erfahrungsberichte gefunden, als ich mich beworben habe. Ich wusste gar nicht so richtig, was auf mich zukommt. Deshalb und als Erinnerung für mich, was man doch schon so alles überstanden hat, schreibe ich es 🙂 

Im nächsten Post folgen dann noch die Praxisphase des 4. Semester sowie die Semester 5 und 6 + Praxisphasen. Da es die aber in sich haben und ich dazu etwas ausholen möchte, vor allem was die Praktika und die ersten Einsätze angeht, schreibe ich dazu in der nächsten Woche mehr 🙂 

gez. TP