Das “Tanzvideo” & der Umgang mit sozialen Medien

ein kritisches Thema. Mein erstes kritisches Thema. Heute wurde mir gesagt ich polarisiere… na dann mache ich damit doch hier gleich mal weiter 😀 

Nein Spaß beiseite (nicht ganz weg, nur beiseite). Ich möchte mit euch über ein Thema sprechen. Ein Thema, dass mich sehr beschäftigt. Persönlich natürlich, aber auch beruflich und generell auf die Zukunft bezogen. Soziale Medien. Eine Hassliebe. Sogar für mich. Soziale Medien bringen so viele Vorteile und doch auch so viele Gefahren mit sich. 

Wie ich darauf komme? Es wurde ein “Tanzvideo” geteilt, auf den Sozialen Medien, das für große Meinungsverschiedenheiten sorgt und en äußerst sensibles Thema darstellt. Und ich wiederhole: Alles was ich hier schreibe ist mein Gedankengut. Das heißt nicht, dass es richtig oder falsch ist. Jeder hat seine eigene Meinung und ich teile hier meine. Wer eine andere Meinung hat und dies trotzdem lesen will – ich würde mich sehr freuen. Vielleicht kann man so auch Ansichten und Argumente aufzeigen, die sonst vielleicht in Vergessenheit geraten würden. Ich versuche es einfach mal – und hoffe auf diplomatische Leser 🙂

Worum geht es ? Das Tanzvideo war ein Privates Video von Polizeischülerinnen der Polizei Sachsen – wenn ich das richtig verstanden habe und man den Medien Glauben schenken kann – immerhin muss man da kritisch sein und ich habe eben leider auch nur durch die Medien davon mitbekommen. Es ist ein Video, auf dem junge Polizeianwärterinnen zu einem Lied von Fergie ihre Stube und einige Szenen filmen. Manche sagen “schlüpfrige” Szenen – wobei man sagen muss dass die Damen da Sporthose und SportBH tragen – ich finde es süß, nicht schlüpfrig… aber da hat wohl jeder eine eigene Definition. 

Meine Meinung dazu in Kurzfassung: Ich finde das Video super. Ich hätte so Spaß daran gehabt, das mit Kolleginnen zu drehen und ich wette die Frauen im Video hatten es auch. Es strahlt positive Energie aus und den Spaß an der Vorbereitung zu einem vielleicht anstrengenden Lehrgang oder ähnliches (eine Mutmaßung, aus eigenen Erfahrungen nicht abwegig). 

Meine Meinung in der ausführlichen Variante: Denkt dran: auch Polizistinnen und Polizisten sind nur Menschen. #auchnurMensch
Das sind wahre Worte. Der Beruf des Polizisten ist ein sehr anspruchsvoller. Er erfordert viel Konzentration, immer einen klaren Kopf, man muss viel Wissen erlernen und auch anwenden können, innerhalb von Sekunden abwägen, wie sich eine Situation entwickeln könnte und wie man vorgeht. Man muss als Team funktionieren. Ob als Partner auf einem Funkwagen oder als ganze Gruppe bei den Bereitschaftspolizeien. Man muss funktionieren. Im Einsatz. Immer. Polizistin sein ist für mich persönlich nicht nur eine “coole Sache”. Ich freue mich unfassbar auf den Job. Es ist eine Leidenschaft. Eine Leidenschaft, bei der ich niemals vergessen werde, was für Risiken und Gefahren sie birgt und dass es nicht immer gut ausgehen muss. Eine Leidenschaft, die es für mich später mit Kind vielleicht sehr schwierig machen wird, meinem Kind morgens einen Kuss zu geben und einfach nur zu hoffen, dass ich abends heile nach Hause komme um es wieder in die Arme schließen zu können. Leidenschaft mit Risiken. 
ABER das bedeutet nicht, dass ich nicht Spaß an dem haben kann, was ich mache. Gewisse Situationen erfordern, dass ich 100% da bin, möglichst keine Fehler mache und die Ernsthaftigkeit der Situation erkenne um Menschenleben zu retten oder Gefahren abzuwenden. Keine Diskussion.
Aber deshalb kann ich doch trotzdem die Zeit, die ich hinter der Kulisse verbringe, genießen und Spaß haben. Ich kann mit meinen Kolleginnen und Kollegen auch mal lachen und rumalbern. Ja, weil ich auch nur ein Mensch bin, genau wie alle Kolleginnen und Kollegen.

In der Uniform hat man bestimmte Verhaltensweisen einfach zu beherrschen, ja. Sehe ich genauso. Meine Uniform drückt etwas aus und ich habe mich entsprechend zu verhalten. Ich gebe euch aber Brief und Siegel darauf, dass die Mädels aus dem Video sich dessen sehr bewusst sind. Sie wissen was die Uniform bedeutet und sie wissen sehr gut, wie sie damit umzugehen haben. Deshalb können sie sie auch mit Stolz tragen und das drückt dieses Video für mich aus. Sporthose und SportBH unter der Uniform ? Völlig normal, das trägt jeder. In meinem Sportstudio trainieren alle Mädels sogar so – es ist also nichts verwerfliches oder ? Wenn Frauen im Park so joggen gehen ist das doch auch völlig in Ordnung und alltäglich – oder sehe ich das falsch? Die Posen und Küsschen, die in dem Video auftauchen, sind offensichtlich als Spaß gemeint und ich persönlich finde es ziemlich lustig und sehr gut gelungen. 

Ebenso wichtig zu bemerken ist aber auch: es war ein PRIVATES Video. Es war nie für die Öffentlichkeit gedacht. Natürlich muss man auch da aufpassen, denn es gibt immer Lücken und scheinbar geriet es ja doch nach außen. Aber sie wollten das nicht, es war einfach nur für sich gedacht. Vorsicht Mutmaßung: Vielleicht beenden sie bald die Ausbildung, verstehen sich alle super und wollten ein Andenken für die tolle und anstrengende Zeit, die sie so verbunden hat. Jetzt ist es an die Öffentlichkeit gelangt – wer weiß wie – und es sollen möglicherweise disziplinarrechtliche Folgen auf die Mädels zukommen? Das Meinungsbild auf meiner Umfrage bei Instagram zeigt gerade, dass die meisten es so sehen wie ich, aber doch ein paar auf die andere Meinung vertreten. Das ist völlig okai, ich möchte hier nur ausdrücken, was ich dazu stehe. Ich finde es schade. Es ist mit ein Grund, wieso ich mein Gesicht nicht zeigen möchte. Man muss leider doch Konsequenzen für etwas fürchten, dass niemals böse oder negativ gemeint war. 

Soll ich euch mal ehrlich was sagen? Ich finde das ist die beste Werbung für die Polizei, die ich seit langem gesehen habe. Es ist positiv, lustig, man merkt, dass die Frauen ihren Job lieben und sie mit Stolz dabei sind. Ist das nicht was wundervolles?
Natürlich muss man mit Sozialen Medien vorsichtig umgehen. Es gibt auch immer schwarze Schafe, die in meinen Augen wirklich auch vieles “falsch” machen. Das ist aber ein anderes Thema und darüber zu urteilen ist auch nicht meine Aufgabe bzw. habe ich gar nicht das Recht dazu. Was man in Uniform machen darf und was nicht, ist klar definiert. Spaß zu haben ist allerdings nicht verboten, vor allem nicht in der Unterkunft, ohne Außenwirkung. Wir wollen doch eine Polizei, die ihren Job gerne macht oder ? Oder wollen wir nur böse, ernste Polizistinnen und Polizisten auf der Straße, die keine Menschlichkeit mehr besitzen? Es ist nur menschlich, dass auch eine Polizistin mal lacht und sich ihres Lebens erfreut. Die Idee war kreativ und nicht für die Öffentlichkeit gedacht – also finde ich es falsch, ihnen jetzt so das Leben schwer machen zu wollen.
Jedem Polizisten und auch jedem Anwärter wird beigebracht, wie man mit Social Media umzugehen hat. Jeder macht das daraus, was er für richtig hält. Aber dennoch muss man auch den Wandel der Zeit betrachten. Ich bin auch lange Zeit davor zurückgeschreckt, weil ich immer wusste, dass ein “Blog” oder generell soziale Medien nicht immer gut bei Vorgesetzten oder generell bei Kollegen ankommen. Aber es ändert sich. Wir leben nun mal im Zeitalter des Internets und ich finde man sollte die positiven Aspekte daraus ziehen. 

Natürlich birgt das auch Gefahren. Als Polizistin hat man es wirklich teilweise schwer, sich zu behaupten. Die Polizei ist nach wie vor eine Männerdomäne und es gibt oft Situationen, in denen man das als Frau vorgehalten bekommt. So ein Video, in dem angeblich “schlüpfrige” Szenen gezeigt werden, könnte das Image natürlich wieder ein stückweit ins Negative ziehen. Dieses wäre mitunter das einzige Argument, dass ich an diesem Video als kritisch empfinde. Jedoch läuft man immer die Gefahr, das irgendwer an irgendwas etwas entdeckt, dass man negativ auslegen kann. Jede PR-Aktion auch von der offiziellen Seite der Polizei hat Befürworter und Kritiker. So findet auch dieses Video wohl leider wieder den Weg zu den Leuten, die es ins lächerliche ziehen und es mit Sätzen wie “guckt mal wie heiß die aussehen” kommentieren muss (nur um es als Beispiel zu nennen). Aber ganz im Ernst, dann muss man vielleicht auch mal an den Verstand solcher Personen appellieren und sie zum nachdenken anregen, dass nicht alles, was Frauen machen, als sexuelle Anspielung gemeint sein soll. Wir leben im 21. Jahrhundert und es gibt nicht umsonst immer mehr Frauen bei der Polizei. Vielleicht darf man dann solchen Menschen, die die Mädels als “Sexsymbole” sehen oder sie respektlos behandeln, einfach nicht die Bestätigung geben, indem man das Video so kritisiert. 

Vor kurzem sollte eine Kongressabgeordnete aus den USA (Ocasio Cortez) von Rechtsextremen anhand eines Tanzvideos aus ihrer Jugend bloßgestellt werden. Und was passierte stattdessen? Sie wurde gefeiert und legte gleich noch ein Tanzvideo hinterher um ihren Spaß am Job und am Leben auszudrücken und sich nicht unterkriegen zu lassen. 
Es kursieren Videos von Polizisten, wie sie am 1. Mai mit fröhlichen Bürgern der Stadt auf dem Boden mit Kreide tiktaktok spielen. Tanzende Polizisten, die auf einem Techno-Festival kurz einmal mittanzen, als der Wagen mit lauter Musik an ihnen vorbeifährt. Alles auf Youtube zu finden und in meinen Augen ein wundervoller Ausdruck dafür, dass Polizistinnen und Polizisten auch nur Menschen sind und wir fröhliche Menschen sind, wir nicht böse sind oder anderen Menschen böses wollen, sondern im Gegenteil.

Die Mädchen haben Spaß und lieben ihren Job. Das zu sehen finde ich super und mir gefällt das Video. Dass das Video nicht für die Öffentlichkeit gedacht war – eine Sache. Blöd gelaufen aber in meinen Augen auch nicht dramatisch, da ich es persönlich echt cool finde ! Dass jetzt Konsequenzen folgen sollen – finde ich Schade. Man sollte das positive sehen anstatt sich darüber aufzuregen, dass Polizistinnen, die im Dienst einen sehr guten Job machen werde, in ihrer Stube vor Freude über ihr Leben und ihren Job tanzen. 

Es ist immer das, was wir daraus machen. Ich finde das Video toll. Die Mädchen können zeigen wie Stolz sie auf ihren Job sind. Denn sie lieben ihren Job, sie sind Menschen die Sportklamotten und Uniform tragen- nichts davon ist verwerflich. Und ein bisschen Spaß an der Sache darf in meinen Augen auch sein. Und gerade DAS die Mädchen sich so etwas ausgedacht haben, zeigt mir, dass sie genau die richtigen STARKEN Frauen sind, die diesen Beruf – gerechtfertigt – ausüben. 

In meinen Augen sind es ganz andere Leute auf Social Media, denen man auf die Finger schauen sollte. Solch ein spaßig und ganz und gar positiv gemeintes Video zu bestrafen setzt die falschen Zeichen. Meine Meinung.


Glückliche Polizistinnen.
Polizistinnen bereit für jede Herausforderung.

gez. TP

“Neu sein” & ein bisschen mehr

Ich habe mich die vergangenen Tage viel mit Kolleginnen und Kollegen unterhalten. Auch über diesen Blog. So langsam sind einige darauf gekommen, wer dahinter steckt. Viele haben mich auch schon nach Begründungen gefragt – wieso ich das mache und wie ich darauf gekommen bin. Viele Fragen und viele Antworten. Vor allem habe ich aber auch mit Leuten geredet, die schon eine Weile dabei sind. Gute gemeinte Ratschläge waren da ganz vorne mit dabei. Ich schätze das. Wirklich. Problematisch wird es nur, wenn ich das Gefühl habe, falsch verstanden zu werden. 

Und hier kommt das Problem:
Ich bin ganz neu. Neu im Studium nicht mehr, da bin ich schon ein alter Hase. Neu in der Polizei – ja, man könnte fast sagen, noch nicht einmal richtig angefangen. Mir ist das bewusst. Wenn ich über Dinge schreibe, dann immer nur das, was ich weiß. Ich würde mir niemals anmaßen zu meinen, das Wissen von einem Kollegen zu haben, der schon 20 Jahre im Dienst ist. Auch ein Kollege mit 2 Jahren oder 2 Monaten mehr Diensterfahrung als ich hat schon viel mehr Erfahrung als ich. Durch den täglichen Dienst. Ich weiß das. Und ich habe vollsten Respekt davor. Jeder sammelt auch andere Erfahrungen. Meine Kommilitonen aus der Klasse werden zwar zum selben Tag in den Dienst kommen, wie ich – und dennoch werden wir uns alle komplett anders entwickeln und grundlegend andere Erfahrungen machen. Ich weiß das. 
Und ich wiederhole: Mein Blog sind persönliche Gedanken und Gefühle. Ich gebe hier keine Grundsatzregeln vor, wie sich etwas anzufühlen oder abzulaufen hat. Nein. Ich spreche aus, was in meinem Kopf vorgeht. Ich möchte keine Verhaltensanweisungen geben oder mir auch nur etwas ähnliches anmaßen. Selbst wenn ich die Diensterfahrung hätte, würde ich das nicht tun. Z.B. hat jeder in der Uniform ein anderes Gefühl. Vielleicht drücke ich mich allgemeiner aus, vielleicht denke ich manchmal, wenn ich einfach so drauf los schreibe, dass andere vielleicht auch so denken. Aber nehmt mich da nicht zu wörtlich.
Ich möchte mich auch gar nicht zu sehr rechtfertigen, aber mir war es wichtig, das einmal anzusprechen. Dieser Blog ist nichts offizielles. Es ist was persönliches. Von mir, für euch. Und unterschwellig – zwischen den Zeilen – werdet ihr mehr von mir kennenlernen als es durch ein Foto mit Gesicht – was sich so viele wünschen – jemals möglich wäre. Vor allem sind das die wichtigen Details. Viel privates, was ich denke und fühle. Ist das nicht für so einen emotionalen Blog viel wichtiger und auch viel wertvoller. 

Das “Neu sein”

Das “Neu sein” ist immer schwer. Die drei ersten Tage, die ich beschrieben habe. Das war “Neu sein”. Aber nicht nur das. Jede Situation, die man zum ersten Mal erlebt. Für mich ist neu sein eine Herausforderung. Jedes Mal. Versteht mich nicht falsch, ich liebe es neue Menschen kennenzulernen, ich bin offen und gesprächig. Aber dennoch habe ich auch meine Macken. Eine davon ist meine Angst, etwas nicht so zu schaffen, wie ich mir das vorstelle. Ganz oben steht dabei, eine Situation nicht zu meisten. Klar habe ich daran schon gearbeitet und es ist auch schon viel besser geworden, aber dennoch fühle ich mich manchmal unsicher in einer neuen Umgebung und brauche erst einmal eine Einschätzung über die Situation und die Leute, die mich umgeben. Das Neu sein wird mir immer wieder begegnen. Und deshalb werde ich vieles neu lernen und meinen Erfahrungsschatz ausweiten können. 

Neu ist man in dieser Behörde ganz oft, immer wieder. Das ist also eine Herausforderung, vor die ich mich stelle, damit es mir vielleicht irgendwann mal ganz leicht fällt. Wo man überall Neu ist in der Behörde? Da gibt es viel zu viele Dinge, die ich euch jetzt nennen könnte. Einige hab ich euch schon genannt. 
Neu sein vor den nächsten Lehrern eines Lehrgangs. Neu sein in der Uni. Neu sein auf dem Gelände, wenn man noch nicht weiß, wie welches Haus nummeriert ist. Neu in Klassenräume kommen. Neue Dienststellen kennenlernen. Neue Vorgesetzte bekommen. Mein aufregendstes Neu sein war aber: 

Das Abschnitts-Praktikum 

Ich kam da an. Es war April 2018. Ich hatte meinen ganzen Kofferraum voll mit meiner Uniform. Versuchte, alles auf einmal in die Hand zu nehmen und zum Abschnitt zu wandern. Nachher ist man immer schlauer – ich hätte auch direkt vor dem Abschnitt parken dürfen, wurde mir gesagt. Aber ich wusste es nicht – ich war ja neu. Mir wurde der Abschnitt gezeigt und ich grüßte ganz aufgeregt alle Leute. Freundlich und gesprächig, und dennoch etwas schüchtern (was aber nie jemand bemerkte), stellte ich mich allen vor. Aber ich wusste einfach nichts. Ich wusste nicht auf welchem Stuhl wer sitzt, ich wusste nicht wo ich meine Waffe hole, ich habe mich auf dem Weg von der Umkleide zum Gemeinschaftsraum einfach verlaufen. Ich hab mich verloren gefühlt und es war so viel Neu. So viele neue Gesichte mit so vielen neuen Namen. Teilweise kam ich an, grüßte alle die mir begegneten und wusste – als dann alle Uniform trugen – nicht mehr, wem ich schon Hallo gesagt hatte. Kennt ihr das? Aber lieber zweimal Hallo sagen als keinmal – das ist die Devise bei der Polizei und die finde ich auch super so. Und das war alles Neue auf der Wache – ihr könnt euch vorstellen wie verloren ich die ersten Stunden auf dem Funkwagen war, als ich das erste Mal Funken musste oder den Verkehrsunfall ganz alleine aufnehmen musste, etc… Doch diese ganze Aufregung – meine Unsicherheit – das verging, und wisst ihr was? Ich merkte es nicht einmal. Irgendwann war es einfach drinnen. Irgendwann fühlte ich mich auf dem Abschnitt, auf dem ich 6 Wochen verbringen durfte, so wohl, dass ich richtig traurig war, als ich gehen musste. Plötzlich wusste ich, wie der Hase läuft, ich wusste die Gepflogenheiten und die Ritualien des Abschnitts. Ich wusste die zeitlichen Abläufe. Ich wusste wie was gemacht wird und habe mich ins Geschehen eingefügt. Ich war tatsächlich Teil des Teams, obwohl ich nur Praktikantin war. 
Aber mir war auch bewusst: jeder Abschnitt arbeitet anders. Und das Hundertschaftspraktikum, was damals bevorstand, würde auch komplett anders ablaufen. Alles dort wird anders gemacht als auf dem Abschnitt. Es geht mir nicht um die schriftlichen Arbeiten, Anzeigenaufnahme usw. – das ist natürlich mehr oder weniger gleich, sondern es geht mir um das, was hinter den Kulissen abläuft. Es war mir bewusst, dass alles was ich dort gelernt hatte, woanders wieder neu sein würde, weil es anders ist. Aber ich war beruhigt und mir was bewusst: auch daran wird man sich gewöhnen. Ich habe gemerkt dass die Angst, die ich erst hatte, vor dem Neuen, sich so langsam in Vorfreude umwandelt, auf die neue Situation, auf weitere Herausforderungen. Ich werde immer neue Umfelder kennenlernen und mich “dem Neuen” stellen müssen. Aber nach so guten Erfahrungen, wird mir das in Zukunft leichter fallen. 

Ich hoffe so sehr, dass ich verständlich machen konnte, was ich sagen wollte. Ich berichte meine Gedanken und Erfahrungen. So, wie ich mich auf dem Abschnitts-Praktikum gefühlt habe, so werde ich mich zwar ähnlich gesehen wieder fühlen, aber vielleicht – je öfter ich das erlebe, umso weniger wird es mir auffallen, umso weniger “spannend” wird es (nicht negativ gemeint). Deshalb halte ich es fest. Damit ich mich zurück erinnern kann, anhand meiner Texte, und weiß, wie ich mich “damals” gefühlt habe. Ich schreibe es auf, damit ich es selbst nicht vergesse. Wenn ich euch von meinem Gefühl in der Uniform berichte – dann kann in dem Moment, in dem ich es schreibe, nicht mehr berichten, als das, was ich bis dahin in der Uniform gefühlt habe. Wie ich nach 2 Jahren Dienst darüber denke, kann ich euch erst in 2 Jahren berichte. Wenn ich euch von meiner Einstellung zur Polizei berichte, von meiner Leidenschaft zu diesem Job und meine tägliche Motivation aufzustehen, dann ist auch dass das Spiegelbild meiner Gedanken, die ich jetzt in diesem Moment habe. Was in 2, 5 oder 15 Jahren dabei rauskommt, wenn ich ausspreche was ich denke, werden wir dann sehen. Und ich freue mich sehr darauf, weil ich mich freue viel zu lernen und  all dem mit viel Vorfreude entgegen blicke. 

gez. TP

Uniform Teil 2 – Das Gefühl

Das Gefühl, Uniform zu tragen…

Wie fühlt es sich an. Uniform. Mit Hoheitsabzeichen am Arm. Mir fehlen hier kurz die Worte. Ich möchte vorweg sagen: das ist alles MEINE Empfindung. Ich weiß nicht wie es anderen geht, ich rede hier nur über meine eigenen Gedanken und Gefühle.

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Uniform Teil 1 – Die Einkleidung

Liebe Leute…

ich muss euch etwas gestehen. Ich habe gerade meine (hoffentlich) letzte Hausarbeit dieses Studiums “zu Ende” geschrieben. Wieso in “”? Weil sie richtig schlimm geworden ist. Ich habe keine Lust mehr… einfach keine Lust mehr mit Zitaten zu schreiben, Quellen anzugeben und ein eigentlich unfassbar endloses Thema auf zehn Seiten zu quetschen… Deshalb – gut für euch – muss ich jetzt noch ein paar Zeilen schreiben, die mir was bedeuten und die ich gerne schreibe 😉 “Uniform Teil 1 – Die Einkleidung” weiterlesen

Der dritte erste Tag – Die feierliche Vereidigung

Der dritte erste Tag

Dann hieß es erstmal nur Uni. Uni fernab von der Polizeiakademie (kein Scherz: die Polizeiakademie ist im tiefsten Westen Berlins, die Uni allerdings im tiefsten Osten). Bis auf Sport, den wir immer an der Polizeiakademie (PA) hatten, verbrachten wir all unsere Zeit an der Uni. Viel Stoff. Viele Fragezeichen. Noch mehr: “Wie soll ich jemals diese Rechtsklausuren schaffen, ich verstehe nur Bahnhof”. So ging es mir. Ich wusste nicht, wie ich das alles schaffen soll. Da bin ich ehrlich. Am Anfang habe ich gar nichts verstanden und alle, die aus dem mittleren Dienst kamen, so unglaublich beneidet. Ich wollte auch so viel wissen wie sie und schon so viel Ahnung haben. Hatte ich aber nicht. Ich hatte keine Ahnung. Das hat sich zum Glück noch geändert 😉 Was ich euch damit sagen will: Diese Ängste sind ganz normal und die hatte jeder. Doch man schafft es. Man lernt so unfassbar schnell.

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Der zweite erste Tag – An der Uni

… Part 2/3:

Der zweite erste Tag

Die Uni. Ich kannte sie bereits. In- und auswendig. Von meinem vorherigen Studium. Vielleicht zu gut. Man weiß es nicht. Immerhin eine neue Sache weniger für mich. Auf dem Weg dahin war ich so super aufgeregt. Ich guckte noch fünf Mal auf den Plan, damit ich auch bloß den richtigen Raum erwische. Die ersten Fragen kamen auf. Wo setze ich mich hin? Was sage ich? Wie würden wohl die Atmosphäre und die Stimmung sein? 

Der erste erste Tag – Die Ernennung

Hallo und Willkommen zurück.

Freut mich, dass es euch wieder auf meine Seite verschlagen hat und dass euer Interesse so groß und euer Feedback so toll ist! Auf Instagram hat mich jemand angesprochen und nach einer kleinen Erzählstunde gefragt, wie die ersten Tage und auch die Einkleidung abgelaufen sind. Erst wollte ich beides in einen Post packen, aber ich merke gerade beim Schreiben, dass es einfach viel zu viel geworden wäre.

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Die ersten Worte & wieso, weshalb, warum?

Der Anfang
Die ersten Worte sind wirklich immer die schwierigsten. Man will etwas schreiben, das Aufmerksamkeit erregt, das anspricht und das Lust auf mehr macht. Es muss perfekt sein. Unvergesslich. Es muss im Gedächtnis bleiben.
Dieser Perfektionismus ist anstrengend und deshalb schreibe ich einfach drauf los. Ich habe einen Blog eröffnet – wie ihr unschwer erkennen könnt. “Die ersten Worte & wieso, weshalb, warum?” weiterlesen